Gehirn-Modell

Alzheimer: Frühzeitig durch Blutwerte erkennen

Die Alzheimer-Krankheit ist eine der häufigsten Formen von Demenz und beeinträchtigt das Gedächtnis und die Denkfähigkeit von Betroffenen. Forscher arbeiten daran, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen, um eine bessere Behandlung zu ermöglichen. Ein vielversprechender Ansatz ist die Früherkennung durch Bluttests. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über die neuen Möglichkeiten.

Kurzfassung

Alzheimer ist eine schwere neurodegenerative Erkrankung, die das Gedächtnis und kognitive Fähigkeiten beeinträchtigt. Um eine frühzeitige Diagnose zu ermöglichen, arbeiten Forscher an neuen Diagnosemethoden. Ein vielversprechender Bluttest namens SOBA wurde von Forschern der Universität von Washington entwickelt, der die Konzentration von Amyloid-Beta-Oligomeren im Blut misst. Diese toxischen Proteine stehen im Zusammenhang mit Alzheimer. Auch Forscher des DZNE und des Universitätsklinikums Ulm haben ein Protein namens Beta-Synuclein im Blut identifiziert, das möglicherweise Jahre vor dem Auftreten von Demenzsymptomen den Abbau von Nervenverbindungen anzeigt. Diese Entdeckungen könnten zur Früherkennung von Alzheimer beitragen und helfen, Nervenschäden einzuschätzen. Eine konkrete massentaugliche Methode ist jedoch noch nicht in Sicht.

Was ist Alzheimer?

Alzheimer ist eine neurodegenerative Erkrankung, die langsam und schleichend beginnt und sich über Jahre hinweg entwickelt. Die Krankheit ist nach Alois Alzheimer benannt, der sie erstmals im Jahr 1906 beschrieb. Alzheimer betrifft vor allem ältere Menschen, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Die Symptome umfassen Gedächtnisverlust, Verwirrung, Orientierungslosigkeit, Sprach- und Denkprobleme sowie Verhaltensänderungen. Alzheimer hat keine Heilung, aber es gibt Medikamente und Therapien, die helfen können, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Die Forschung zu Alzheimer ist ein wichtiger Bereich der Medizin, da die Krankheit weltweit immer häufiger auftritt.

Wie wird Alzheimer diagnostiziert?

Die Diagnose von Alzheimer ist ein wichtiger Schritt, um die Krankheit frühzeitig zu erkennen und Behandlungsmöglichkeiten zu finden. Es gibt mehrere Methoden, die Ärzte bei der Diagnose von Alzheimer anwenden können.

Zunächst führen Ärzte eine körperliche Untersuchung und einen Gedächtnistest durch. Dabei wird der Arzt den Patienten nach seiner Krankheitsgeschichte, seinen Symptomen und Verhaltensweisen fragen. Auch kognitive Tests können durchgeführt werden, um die geistigen Fähigkeiten des Patienten zu überprüfen.

Bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) können ebenfalls bei der Diagnosestellung helfen. Diese Verfahren ermöglichen es den Ärzten, das Gehirn des Patienten zu untersuchen und mögliche Anzeichen von Alzheimer oder anderen neurologischen Erkrankungen zu erkennen.

Eine weitere wichtige Methode zur Diagnose von Alzheimer ist die Analyse von Blut- und Liquorproben. In diesen Proben können spezifische Biomarker gefunden werden, die auf Alzheimer hinweisen können. Diese Biomarker umfassen zum Beispiel Beta-Amyloid-Proteine und Tau-Proteine, die im Gehirn von Alzheimer-Patienten oft in erhöhter Menge vorhanden sind.

Es ist wichtig zu beachten, dass Alzheimer nicht immer einfach zu diagnostizieren ist, da einige Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können. Daher kann es erforderlich sein, mehrere Tests und Untersuchungen durchzuführen, um eine genaue Diagnose zu stellen.

Insgesamt ist es wichtig, bei ersten Anzeichen von Gedächtnisproblemen oder anderen kognitiven Symptomen einen Arzt aufzusuchen, um eine Diagnose und gegebenenfalls eine Behandlung zu erhalten. Eine frühzeitige Diagnose kann dazu beitragen, dass die Symptome verlangsamt werden und der Patient länger ein erfülltes Leben führen kann.

Kann man Alzheimer frühzeitig durch Blutwerte erkennen?

Alzheimer ist eine schwere neurodegenerative Erkrankung, die das Gedächtnis und die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt. Um eine frühzeitige Diagnose zu ermöglichen, arbeitet die Forschung daran, neue Diagnosemethoden zu entwickeln. Ein Forschungsteam der Universität von Washington in Seattle hat nun einen vielversprechenden Bluttest namens SOBA entwickelt, der die Konzentration von Amyloid-Beta-Oligomeren im Blut misst. Diese Oligomere sind toxische Proteine, die im Zusammenhang mit Alzheimer stehen. Der SOBA-Test nutzt eine einzigartige Eigenschaft der Oligomere aus, um sie im Blut aufzuspüren und zu messen. Eine frühere Studie hatte gezeigt, dass die Alpha-Faltblatt-Struktur, die sich bei der Entstehung von Oligomeren bildet, an andere Strukturen binden kann. Der Test konnte sowohl bei Alzheimer-Patienten als auch bei Personen ohne kognitive Beeinträchtigung positive Ergebnisse liefern. Die Ergebnisse der Studie wurden am 9. Dezember 2022 im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Auch Forscher des DZNE und des Universitätsklinikums Ulm arbeiten an einer Lösung für Alzheimer Früherkennung. Sie haben ein Protein namens Beta-Synuclein im Blut identifiziert, das möglicherweise Jahre vor dem Auftreten von Demenzsymptomen den Abbau von Nervenverbindungen anzeigt. Die Entdeckung könnte zur Früherkennung von Alzheimer beitragen und auch helfen, Nervenschäden nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirntrauma einzuschätzen. Die Befunde wurden in „Annals of Neurology“ veröffentlicht und beruhen auf Untersuchungen an 84 Erwachsenen, darunter 61 Menschen mit Down-Syndrom. PD Dr. Patrick Öckl, Forschungsgruppenleiter am DZNE-Standort Ulm, betont, dass weitere Untersuchungen nötig sind, um die Ergebnisse zu bestätigen, aber das Beta-Synuclein könnte eine Möglichkeit bieten, Alzheimer frühzeitig zu erkennen und dem Fortschreiten der Krankheit entgegenzuwirken.

Wann es eine massentaugliche Methode für die Demenz-Früherkennung geben wird, ist noch nicht absehbar. Die Forschung rund um die Welt macht gute fortschritte, so dass es in Zukunft sehr wahrscheinlich eine Lösung für das Problem geben wird.

Wie wird Alzheimer behandelt?

Die Alzheimer-Krankheit ist bisher nicht heilbar. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Medikamentöse Behandlung: Es gibt verschiedene Medikamente, die bei der Behandlung von Alzheimer eingesetzt werden können. Die meisten Medikamente wirken auf die Neurotransmitter im Gehirn und sollen die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen verbessern. Die häufigsten verschriebenen Medikamente sind Acetylcholinesterase-Hemmer wie Donepezil, Galantamin und Rivastigmin. Diese Medikamente hemmen den Abbau des Neurotransmitters Acetylcholin und sollen dadurch die kognitiven Fähigkeiten wie Gedächtnis, Denken und Sprache verbessern. Ein weiteres Medikament, das bei fortgeschrittener Alzheimer-Krankheit eingesetzt wird, ist Memantin. Dieses Medikament soll die Überaktivität von Glutamat im Gehirn reduzieren und dadurch die Nervenzellen schützen.

Nicht-medikamentöse Behandlung: Neben der medikamentösen Therapie gibt es auch nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Eine wichtige Maßnahme ist die Unterstützung der Patienten und ihrer Angehörigen durch eine ergotherapeutische und physiotherapeutische Betreuung. Durch gezielte Übungen und Aktivitäten können kognitive Fähigkeiten, Mobilität und Selbstständigkeit der Patienten verbessert werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Teilnahme an Gruppenaktivitäten und kognitiven Trainings. Hierbei werden spielerisch das Gedächtnis, die Konzentration und die Denkfähigkeit trainiert.

Psychotherapie: Auch Psychotherapie kann bei Alzheimer-Patienten sinnvoll sein. Durch eine gezielte Gesprächstherapie können Ängste und Depressionen, die häufig bei Alzheimer-Patienten auftreten, gelindert werden. Eine psychotherapeutische Betreuung kann auch den Angehörigen helfen, mit der Belastung und den Herausforderungen, die die Pflege eines Alzheimer-Patienten mit sich bringt, besser umzugehen.

Alternative Behandlungsmethoden: Es gibt auch alternative Behandlungsmethoden, die bei Alzheimer zum Einsatz kommen. Hierzu zählen beispielsweise Musiktherapie, Aromatherapie oder Tiertherapie. Diese Methoden können dazu beitragen, die Stimmung der Patienten zu verbessern und Stress abzubauen.

Insgesamt ist die Behandlung von Alzheimer eine komplexe Angelegenheit, die eine individuelle und ganzheitliche Betreuung erfordert. Eine frühzeitige Diagnosestellung und eine umfassende Behandlung können dazu beitragen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

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Blutwerte Redaktion

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