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Myasthenia gravis: Symptome, Ursachen, Tests & Therapie

Dieser Artikel gibt einen umfassenden Einblick in die komplexe Krankheit Myasthenia gravis. Erfahre mehr über die Symptome, mögliche Ursachen und die verschiedenen diagnostischen Tests. Zudem werden verschiedene Therapieoptionen beleuchtet, die zur Bewältigung der Erkrankung beitragen können.

Kurzfassung

Myasthenia gravis ist eine seltene Autoimmunerkrankung, die die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln stört. Symptome umfassen Muskelschwäche und Ermüdung, besonders im Gesicht und den Gliedmaßen. Mögliche Ursachen sind fehlgeleitete Antikörper gegen die Rezeptoren der Muskeln. Diagnose erfolgt durch Anamnesen, körperliche Untersuchung, elektrophysiologische Tests und Blutuntersuchungen auf Antikörper. Therapieoptionen umfassen Medikamente, die die Übertragung von Nervensignalen verbessern, und in einigen Fällen chirurgische Eingriffe zur Entfernung des Thymus. Ein multidisziplinärer Ansatz ist entscheidend, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Was ist Myasthenia gravis?

Myasthenia gravis ist eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln gestört ist. Antikörper greifen die Rezeptoren an der Muskel-Nerven-Verbindung an, was zu einer Schwächung der Muskeln führt.

Welche Symptome treten bei Myasthenie auf?

Bei Myasthenia gravis zeigen sich verschiedene Symptome, die auf die Muskelschwäche zurückzuführen sind. Typischerweise äußert sich dies durch eine schnell erschöpfende Muskulatur, vor allem in den Augen, Gesichtsmuskeln, Kiefer, Hals und den Extremitäten. Betroffene können Doppelbilder sehen, Probleme beim Sprechen und Schlucken haben sowie eine allgemeine Muskelschwäche spüren. Die Symptome können sich im Verlauf des Tages verschlimmern und durch Ruhephasen vorübergehend verbessern.

Wie wird Myasthenie diagnostiziert?

Die Diagnose von Myasthenia gravis erfordert eine sorgfältige Untersuchung und eine genaue Anamnese des Patienten. Zu den diagnostischen Verfahren gehören Nervenleitungsstudien, die Elektromyographie (EMG) und Bluttests, um spezifische Antikörper zu erkennen. Auch der Tensilon-Test kann eingesetzt werden, bei dem eine kurzfristige Verbesserung der Muskelschwäche nach Gabe eines Medikaments beobachtet wird.

Welche Tests und Blutwerte spielen bei Myasthenia gravis eine Rolle?

Bei der Diagnose von Myasthenia gravis spielen verschiedene Tests und Blutwerte eine wichtige Rolle. Der Tensilon-Test ist ein häufig angewendeter diagnostischer Test. Dabei wird Edrophonium, ein Medikament, das die Wirkung des Neurotransmitters Acetylcholin verstärkt, intravenös verabreicht. Wenn die Muskelschwäche vorübergehend nachlässt, deutet dies auf Myasthenie hin.

Ein weiterer Test ist der Elektromyographie (EMG)-Test, der die elektrische Aktivität der Muskeln misst. Bei Myasthenie gravis zeigen die Muskeln charakteristische Veränderungen in ihrer Reaktion auf wiederholte Nervenstimulation.

Im Blut werden Antikörper gegen den Acetylcholinrezeptor oder gegen andere an der Signalübertragung beteiligte Proteine untersucht. Ein erhöhter Antikörpertiter deutet auf eine Autoimmunreaktion hin.

Zusätzlich wird oft eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Brustkorbs durchgeführt, um den Thymus zu untersuchen, da bei einigen Patienten mit Myasthenie gravis eine Vergrößerung oder Anomalie dieser Drüse festgestellt wird.

Die Kombination aus klinischen Tests, Elektromyographie und Blutuntersuchungen ermöglicht eine präzise Diagnose von Myasthenie gravis und hilft dabei, andere Ursachen von Muskelschwäche auszuschließen. Eine frühzeitige und genaue Diagnose ist entscheidend, um die geeignete Therapie einzuleiten und die Symptome der Erkrankung zu lindern.

Was sind die Ursachen von Myasthenie?

Die genauen Ursachen von Myasthenie gravis sind noch nicht vollständig verstanden. Es wird angenommen, dass die Erkrankung eine Autoimmunreaktion ist, bei der das körpereigene Immunsystem fälschlicherweise Antikörper gegen den Acetylcholinrezeptor bildet. Dadurch werden die Rezeptoren auf der Muskeloberfläche angegriffen und die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln gestört. Dies führt zu Muskelschwäche und Ermüdung.

Neben der Autoimmunreaktion können auch genetische Faktoren eine Rolle spielen. Einige Formen der Myasthenie gravis sind mit bestimmten Genmutationen assoziiert, die die Funktion der Nerven und Muskeln beeinflussen können.

Es gibt auch einige Fälle, in denen Myasthenie gravis durch eine Thymusdrüsenerkrankung verursacht wird. Der Thymus ist eine Drüse im Brustkorb, die eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Immunsystems spielt. Bei einigen Patienten mit Myasthenie gravis wird eine Vergrößerung des Thymus oder das Vorhandensein von Tumoren in dieser Drüse festgestellt.

Wie wird Myasthenie behandelt?

Die Behandlung von Myasthenie gravis zielt darauf ab, die Symptome zu kontrollieren, die Muskelstärke zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Eine gängige Therapieoption sind Medikamente wie Anticholinesterase-Hemmer, die die Wirkung von Acetylcholin im Körper verstärken und so die Signalübertragung an den neuromuskulären Endplatten verbessern. Immunsuppressiva werden verwendet, um die Immunreaktion zu unterdrücken und die Bildung von Antikörpern zu reduzieren.

In schweren Fällen kann eine plasmapheretische Therapie durchgeführt werden, bei der das Blutplasma gereinigt wird, um schädliche Antikörper zu entfernen. Die intravenöse Immunglobulintherapie kann ebenfalls eingesetzt werden, um das Immunsystem zu modulieren.

Einige Patienten profitieren von einer Thymusdrüsenentfernung (Thymektomie), insbesondere wenn sie einen vergrößerten Thymus haben. Physiotherapie kann helfen, die Muskelfunktion und -stärke zu verbessern.

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Blutwerte Redaktion

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