Vier Organspendeausweise auf einem Holzbrett

Organspende: Voraussetzungen und Ablauf

Organspende kann Leben retten und für viele Menschen eine zweite Chance bedeuten. Doch wie funktioniert eine Organspende eigentlich? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und wie kann man ein Spender werden? Diese Fragen werden in diesem Artikel beantwortet.

Kurzfassung

Eine Organspende beinhaltet die Bereitstellung von Organen eines Spenders zur Transplantation an einen Empfänger, um dessen Leben zu retten oder zu verbessern. Jeder Mensch kann Organspender sein, aber es müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Eine zentrale Voraussetzung ist, dass der Spender den Hirntod erklärt bekommen hat und medizinische Voraussetzungen erfüllt sind. Deutschland gilt das Prinzip der Entscheidungslösung, bei der Bürger regelmäßig mit neutralen und ergebnisoffenen Informationen versorgt werden, damit sie eine informierte und selbstbestimmte Entscheidung für oder gegen eine Organ- oder Gewebespende treffen können.

Was ist eine Organspende?

Eine Organspende bezeichnet die Bereitstellung von Organen von einem Spender zur Transplantation an einen Empfänger, um dessen Leben zu retten oder zu verbessern. Es gibt viele verschiedene Organe, die gespendet werden können, wie zum Beispiel Herz, Leber, Lunge, Nieren oder Bauchspeicheldrüse.

In der Regel werden Organe nach dem Tod des Spenders entnommen. Hierbei ist es wichtig, dass der Hirntod des Spenders eindeutig festgestellt wurde. Nur wenn dies der Fall ist, kann eine Organspende erfolgen. Die Entnahme der Organe erfolgt dann unter strengen medizinischen Bedingungen und wird sorgfältig vorbereitet. Denn es ist wichtig, dass die Organe nach der Entnahme möglichst schnell transplantiert werden, um die Überlebenschancen des Empfängers zu erhöhen.

Neben der postmortalen Organspende gibt es auch die Möglichkeit einer Lebendspende. Hierbei spendet ein Mensch ein Organ zu Lebzeiten, wie zum Beispiel eine Niere. Allerdings muss bei einer Lebendspende nicht nur die medizinische Eignung des Spenders geprüft werden, sondern auch die psychische und soziale Situation. Denn eine Lebendspende ist immer ein großer Eingriff, der auch Auswirkungen auf das Leben des Spenders haben kann.

In Deutschland gibt es seit einigen Jahren die sogenannte Entscheidungslösung. Das bedeutet, dass jeder Mensch ab einem bestimmten Alter regelmäßig angeschrieben wird und gebeten wird, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und eine Entscheidung zu treffen. Man kann sich für oder gegen eine Organspende entscheiden oder auch eine Entscheidung auf die Angehörigen übertragen.

Welche Organe können gespendet werden?

Grundsätzlich können folgende Organe zur Spende verwendet werden: Herz, Lunge, Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse und Darm. Darüber hinaus können auch Gewebe wie Hornhaut, Haut, Knochen, Sehnen und Herzklappen gespendet werden. Jedes Organ und Gewebe hat spezifische Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit es für eine Transplantation geeignet ist. Dabei spielt unter anderem die Ursache des Todes eine Rolle, aber auch der Gesundheitszustand des Spenders und die Blutgruppe des Empfängers.

Wie läuft eine Organspende ab?

Die Entscheidung, Organspender zu werden, kann Leben retten. Doch wie läuft eine Organspende ab? Hier ist ein Überblick:

  1. Feststellung des Hirntods: Eine Organspende kann nur stattfinden, wenn der Spender für tot erklärt wurde. In Deutschland wird der Tod nach den Richtlinien des Hirntods festgestellt.
  2. Überprüfung der Eignung: Einige medizinische Voraussetzungen müssen erfüllt sein, bevor eine Organspende erfolgen kann. Dazu zählen unter anderem das Alter, der Gesundheitszustand des Spenders sowie die Art des Todes.
  3. Information der Angehörigen: Wenn der Hirntod des Spenders festgestellt wurde und dieser als Organspender in Frage kommt, werden die Angehörigen informiert. Sie müssen der Organspende zustimmen.
  4. Entnahme der Organe: Die Organe werden in einem chirurgischen Eingriff entnommen. Dabei wird der Körper des Spenders sorgfältig behandelt und äußerlich nicht verändert.
  5. Transplantation: Die entnommenen Organe werden schnellstmöglich an die Empfänger übertragen. Die Transplantation erfolgt unter höchsten medizinischen Standards und in enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten.
  6. Nachsorge: Die Empfänger der Organe werden im Anschluss engmaschig medizinisch betreut, um sicherzustellen, dass die Transplantation erfolgreich verläuft.

Eine Organspende kann Leben retten, aber auch Angehörige vor schwierige Entscheidungen stellen. Es ist daher wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine klare Entscheidung zu treffen.

Wer darf Organe spenden?

Grundsätzlich kann jeder Mensch Organspender sein, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Allerdings müssen verschiedene Bedingungen erfüllt werden. Eine zentrale Voraussetzung ist, dass der Spender den Hirntod erklärt bekommen hat und der Tod durch mindestens zwei unabhängige Ärzte festgestellt wurde. Nur in diesem Fall dürfen Organe entnommen werden.

Weiterhin müssen bestimmte medizinische Voraussetzungen erfüllt sein. Das bedeutet, dass der Spender gesund und frei von bestimmten Erkrankungen wie HIV, Hepatitis oder Krebs sein muss. Außerdem dürfen bestimmte Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Übergewicht die Organspende nicht ausschließen.

Neben den medizinischen Voraussetzungen müssen auch rechtliche Aspekte beachtet werden. Der Spender muss seinen Willen zur Organspende ausdrücklich erklärt haben, zum Beispiel durch einen Organspendeausweis oder eine Eintragung im zentralen Online-Register für Organspenden. Im Falle des Ablebens muss auch die Zustimmung der Angehörigen vorliegen, bevor eine Organspende durchgeführt werden kann.

In Deutschland gibt es also klare Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, damit eine Organspende möglich ist. Es ist wichtig, sich darüber im Vorfeld zu informieren und eine Entscheidung zu treffen, ob man Organspender sein möchte oder nicht. Denn eine Organspende kann Leben retten und anderen Menschen eine neue Chance auf Gesundheit und Lebensqualität geben.

Wie kann man Organspender werden?

Eine einzige Organspende kann bis zu acht Menschenleben retten. Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen für eine Organspende entscheiden. Doch wie wird man eigentlich Organspender in Deutschland?

Zunächst einmal sollte man sich über das Thema informieren und sich darüber im Klaren sein, was eine Organspende bedeutet. Eine Organspende ist die freiwillige und unentgeltliche Spende von Organen und Geweben zur Rettung von Menschenleben.

Entscheidet man sich für eine Organspende, ist es wichtig, dies auch seinen Angehörigen mitzuteilen. Im Ernstfall entscheiden diese nämlich darüber, ob eine Organspende durchgeführt werden soll oder nicht.

Um seine Entscheidung für eine Organspende auch schriftlich festzuhalten, kann man einen Organspendeausweis ausfüllen. Dieser kann kostenlos bei vielen Stellen, wie beispielsweise Apotheken oder Krankenkassen, angefordert werden. Online kann der Ausweis auch kostenlos hier bestellt werden.

Auf dem Organspendeausweis kann man seine Zustimmung zur Organspende erklären oder sich dagegen aussprechen. Es ist auch möglich, bestimmte Organe auszuschließen oder nur für bestimmte Organe seine Zustimmung zu geben.

Wichtig zu wissen ist auch, dass ein Organspendeausweis keine verbindliche Entscheidung ist. Im Ernstfall haben die Angehörigen das letzte Wort und können von der Entscheidung auf dem Ausweis abweichen. Deshalb ist es umso wichtiger, mit den Angehörigen über die eigene Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu sprechen.

In Deutschland gilt das Prinzip der Entscheidungslösung, bei der Bürgerinnen und Bürger regelmäßig mit neutralen und ergebnisoffenen Informationen versorgt werden sollen. Ziel ist es, dass die Menschen eine informierte und selbstbestimmte Entscheidung für oder gegen eine Organ- oder Gewebespende treffen können.

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