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Essstörung: Formen, Tests & Therapie

Essstörungen sind ernsthafte psychische Gesundheitsprobleme, die das Leben der Betroffenen stark beeinflussen können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Einblick in Essstörungen, einschließlich Definition und den verschiedenen Formen, Ursachen, Diagnosetests, Therapieansätze und die wichtige Rolle von Familie und Freunden.

Kurzfassung

Essstörungen sind ernsthafte psychische Gesundheitsstörungen, die das Essverhalten und die Einstellung zum Essen und Körpergewicht stark beeinflussen. Sie können verschiedene Formen annehmen, aber sie sind durch eine ungesunde Fokussierung auf Gewicht, Ernährung und das eigene Erscheinungsbild gekennzeichnet. Essstörungen beeinträchtigen nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch das emotionale und soziale Wohlbefinden der Betroffenen. Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen, darunter Anorexie, Bulimie, Binge-Eating-Störung und andere atypische Essstörungen. Die Ursachen von Essstörungen sind vielschichtig und können genetische, biologische, psychologische, soziale und Umweltfaktoren einschließen. Die Diagnose erfordert eine gründliche Beurteilung durch Fachkräfte im Gesundheitswesen, mit Hilfe von Interviews, körperlichen Untersuchungen und psychologischen Tests. Die Behandlung umfasst oft Psychotherapie, medizinische Betreuung, Ernährungstherapie und soziale Unterstützung. Familie und Freunde können eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Genesung spielen, indem sie Verständnis, Geduld und Unterstützung bieten.

Was genau versteht man unter einer Essstörung?

Eine Essstörung ist eine ernsthafte psychische Gesundheitsstörung, die das Essverhalten und die Einstellung gegenüber Essen und Körpergewicht erheblich beeinflusst. Bei Menschen mit Essstörungen kommt es zu einer gestörten Wahrnehmung und Beziehung zu Nahrung und Körper. Diese Störungen können verschiedene Formen annehmen, aber sie teilen das Merkmal einer ungesunden und oft obsessiven Fokussierung auf Gewicht, Ernährung und das eigene Erscheinungsbild.

Im Körper einer Person mit einer Essstörung können verschiedene Veränderungen auftreten, die auf das gestörte Essverhalten zurückzuführen sind. Essstörungen können ernsthafte Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit haben und zu Mangelernährung, Verdauungsproblemen und anderen Gesundheitsproblemen führen. Diese Störungen betreffen jedoch nicht nur den Körper, sondern beeinflussen auch stark das emotionale und soziale Wohlbefinden der Betroffenen.

Welche unterschiedlichen Formen von Essstörungen gibt es?

Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen, von denen jede ihre eigenen charakteristischen Merkmale aufweist. Hier sind die wichtigsten Arten von Essstörungen:

  • Magersucht (Anorexia nervosa): Menschen mit Anorexie haben eine intensive Angst vor Gewichtszunahme und eine gestörte Wahrnehmung ihres eigenen Körpers. Sie beschränken ihre Nahrungsaufnahme stark, hungern sich oft absichtlich und entwickeln oft extrem dünne Körper. Diese Essstörung kann schwerwiegende gesundheitliche Probleme wie Mangelernährung und Organversagen verursachen.
  • Bulimie: Bulimie ist gekennzeichnet durch wiederholte Episoden von übermäßigem Essen, gefolgt von Verhaltensweisen zur Kompensation, wie Erbrechen, übermäßiger Sport oder Abführmittelmissbrauch. Menschen mit Bulimie haben oft ein normales Körpergewicht, halten jedoch extreme Diäten ein und leiden unter starken Schuld- und Schamgefühlen.
  • Binge-Eating-Störung (Binge Eating Disorder, BED): Bei BED haben Menschen wiederkehrende Episoden von übermäßigem Essen, bei denen sie die Kontrolle über die Nahrungsaufnahme verlieren. Im Gegensatz zur Bulimie gibt es bei BED keine regelmäßigen Verhaltensweisen zur Kompensation. Dies führt oft zu Übergewicht oder Adipositas.
  • Essanfälle ohne Kompensation: Diese Form der Essstörung ähnelt BED, aber ohne die nachfolgenden Verhaltensweisen zur Kompensation. Menschen mit dieser Störung erleben wiederholte Essanfälle, ohne Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
  • Atypische Essstörungen: Diese Kategorie umfasst andere Formen von Essstörungen, die nicht genau in die oben genannten Kategorien passen. Dazu gehören beispielsweise selektive Essstörungen, bei denen bestimmte Lebensmittel oder Konsistenzen vermieden werden.

Was sind die Ursachen von Essstörungen?

Die Ursachen von Essstörungen sind komplex und multifaktoriell. Sie können durch eine Kombination von biologischen, psychologischen, sozialen und Umweltfaktoren ausgelöst werden. Hier sind einige der Hauptfaktoren, die zur Entstehung von Essstörungen beitragen können:

  • Genetische Faktoren: Es gibt Hinweise darauf, dass Essstörungen in einigen Familien gehäuft auftreten können. Dies legt nahe, dass genetische Veranlagungen eine Rolle spielen könnten. Bestimmte genetische Varianten könnten die Anfälligkeit für Essstörungen erhöhen.
  • Biologische Faktoren: Veränderungen in der Gehirnchemie, insbesondere im Bereich der Neurotransmitter wie Serotonin, können das Risiko für Essstörungen erhöhen. Diese Chemikalien beeinflussen die Stimmung, das Verhalten und die Regulation des Appetits.
  • Psychologische Faktoren: Negative Selbstwahrnehmung, geringes Selbstwertgefühl, Perfektionismus und Angststörungen sind psychologische Faktoren, die das Risiko einer Essstörung erhöhen können. Menschen mit Essstörungen haben oft Schwierigkeiten, ihre Emotionen auf gesunde Weise zu bewältigen.
  • Soziale Faktoren: Druck aus der Gesellschaft, Medien und Gleichaltrigengruppen, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen, kann zur Entwicklung von Essstörungen beitragen. Kulturelle Faktoren und sozialer Vergleich spielen ebenfalls eine Rolle.
  • Familiäre Einflüsse: Familiäre Dynamiken, wie übermäßige Kontrolle, übermäßige Kritik oder ungesunde Kommunikation über Gewicht und Essen, können das Risiko für Essstörungen erhöhen. In einigen Fällen können traumatische Erfahrungen oder Missbrauch in der Kindheit eine Rolle spielen.
  • Biologische Veränderungen: Hormonelle Veränderungen im Zusammenhang mit der Pubertät, Schwangerschaft oder hormonellen Störungen können Essstörungen auslösen oder verstärken.
  • Stress und Trauma: Chronischer Stress oder traumatische Lebensereignisse können das Risiko für Essstörungen erhöhen, da Menschen oft versuchen, mit diesen Belastungen durch ungesunde Essgewohnheiten zu bewältigen.
  • Diät- und Fitnesskultur: Die Betonung von Diäten, Fitness und Körpergewicht in der modernen Gesellschaft kann dazu führen, dass Menschen extreme Maßnahmen ergreifen, um einem vermeintlichen Schönheitsideal zu entsprechen.

Wie wird eine Essstörung diagnostiziert?

Die Diagnose einer Essstörung erfordert eine sorgfältige und umfassende Beurteilung durch qualifizierte Fachkräfte im Gesundheitswesen, in der Regel Psychiater, Psychologen oder erfahrene Therapeuten. Der diagnostische Prozess umfasst mehrere Schritte, beginnend mit einem ausführlichen Gespräch, in dem die Krankengeschichte, das Essverhalten, Gewichtsveränderungen, psychische Symptome und aktuelle Probleme des Patienten erörtert werden.

Es folgt oft eine körperliche Untersuchung zur Überprüfung des allgemeinen Gesundheitszustands, einschließlich Gewicht, Größe und Blutdruck. Zusätzlich werden spezielle diagnostische Interviews und standardisierte Bewertungsinstrumente wie das SCID (Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-5) eingesetzt, um Essstörungssymptome zu erkennen und zu bewerten.

Blutuntersuchungen können notwendig sein, um medizinische Komplikationen zu identifizieren und den Gesundheitszustand zu überprüfen. Psychologische Tests und Fragebögen helfen, die psychische Gesundheit des Patienten genauer zu bewerten.

Beobachtungen des Essverhaltens über einen Zeitraum hinweg sind ebenfalls wichtig. Es ist entscheidend, andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen.

Wie behandelt man eine Essstörung?

Die professionelle Behandlung einer Essstörung erfordert eine multidisziplinäre Herangehensweise, um die physischen, psychischen und emotionalen Aspekte der Erkrankung anzugehen. Im Mittelpunkt stehen in der Regel Psychotherapie, medizinische Betreuung und Ernährungstherapie.

Psychotherapie, wie kognitive Verhaltenstherapie (CBT), Interpersonelle Therapie (IPT) oder Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), spielt eine zentrale Rolle bei der Behandlung von Essstörungen. Diese Therapieformen helfen dabei, negative Denkmuster zu identifizieren und zu ändern, das Selbstwertgefühl zu stärken und Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Medizinische Betreuung zielt darauf ab, gesundheitliche Komplikationen zu managen, das Körpergewicht zu stabilisieren und mögliche Mangelzustände zu beheben. In schweren Fällen kann eine stationäre Behandlung erforderlich sein.

Ernährungstherapie, durchgeführt von qualifizierten Ernährungsexperten, unterstützt die Normalisierung des Essverhaltens und die Wiederherstellung eines gesunden Gewichts.

Zusätzlich können Selbsthilfegruppen und Familientherapie wichtige Ergänzungen zur professionellen Behandlung sein. Die Unterstützung des sozialen Umfelds ist von großer Bedeutung.

Was können Familie und Freunde von Essstörung-Betroffenen tun?

Familie und Freunde von Essstörungsbetroffenen spielen eine entscheidende Rolle im Genesungsprozess. Hier sind einige Möglichkeiten, wie sie unterstützen können:

  • Verständnis und Geduld: Zeigen Sie Mitgefühl und Geduld gegenüber der betroffenen Person. Essstörungen sind ernsthafte Erkrankungen, die Zeit und Unterstützung erfordern.
  • Kommunikation: Ermutigen Sie zur offenen Kommunikation über Gefühle und Bedenken. Bieten Sie ein unterstützendes, nicht wertendes Umfeld, in dem die betroffene Person sich öffnen kann.
  • Gemeinsames Essen: Versuchen Sie, Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen, wenn dies möglich ist. Es kann helfen, Ängste rund ums Essen zu reduzieren.
  • Information: Informieren Sie sich über Essstörungen, um besser zu verstehen, was die betroffene Person durchmacht.
  • Unterstützung bei der Behandlung: Ermutigen Sie zur professionellen Hilfe und helfen Sie bei der Organisation von Arztterminen oder Therapiesitzungen.
  • Selbsthilfegruppen: Suchen Sie nach Selbsthilfegruppen für Angehörige von Essstörungsbetroffenen, um sich mit anderen in ähnlichen Situationen auszutauschen.
  • Grenzen setzen: Es ist wichtig, klare Grenzen zu setzen, wenn es um unterstützendes Verhalten geht. Dies kann bedeuten, keine Nahrungsmittelkontrolle auszuüben oder nicht in Essgewohnheiten einzugreifen.
  • Vermeiden Sie Kritik: Vermeiden Sie kritische oder schuldzuweisende Kommentare bezüglich des Aussehens oder Essverhaltens der Person.
  • Geduld mit Rückfällen: Verstehen Sie, dass Rückfälle Teil des Genesungsprozesses sein können. Geben Sie nicht auf und ermutigen Sie zur Fortsetzung der Behandlung.
  • Professionelle Hilfe für sich selbst: Wenn Sie sich überfordert oder überwältigt fühlen, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe oder Beratung für sich selbst in Anspruch zu nehmen.

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Blutwerte Redaktion

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