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Schilddrüsenwerte: Bedeutungen und Normwerte

Die Schilddrüse ist eine kleine, schmetterlingsförmige Drüse im Hals, die eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel, das Wachstum und die Entwicklung spielt. Schilddrüsenprobleme sind weit verbreitet und können viele Symptome verursachen, die oft auf andere Erkrankungen zurückgeführt werden. Eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann durch Blutuntersuchungen erkannt werden. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Schilddrüsenwerte und was sie über Ihre Schilddrüsenfunktion aussagen können.

Kurzfassung

Die Schilddrüse ist ein wichtiges Organ, das Hormone produziert, welche den Stoffwechsel und andere Körperfunktionen beeinflussen. Schilddrüsenwerte geben Auskunft über die Funktion der Schilddrüse und sind wichtig für die Diagnose und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen. Die wichtigsten Schilddrüsenwerte sind TSH, fT3 und fT4. Ein normaler TSH-Wert liegt in der Regel zwischen 0,4 und 4,0 mIU/L. Ein erhöhter TSH-Wert kann auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hinweisen, während ein niedriger TSH-Wert auf eine Überfunktion hindeuten kann. Ein normaler fT3-Wert liegt in der Regel zwischen 2,3 und 4,2 pg/mL, während ein normaler fT4-Wert zwischen 0,8 und 1,8 ng/dL liegt. Ein niedriger fT3- oder fT4-Wert kann auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hinweisen, während ein erhöhter Wert auf eine Überfunktion hindeuten kann.

Was sind Schilddrüsen und wie funktionieren sie?

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das sich am Hals unterhalb des Kehlkopfes befindet und Hormone produziert, die den Stoffwechsel und andere Körperfunktionen beeinflussen. Obwohl die Schilddrüse relativ klein ist, spielt sie eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Körperstoffwechsels und der Funktion vieler Organe.

Die Schilddrüse produziert zwei Arten von Hormonen: Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3). T3 ist das aktive Hormon, das am Stoffwechsel beteiligt ist, während T4 erst in T3 umgewandelt werden muss, bevor es aktiv werden kann. Die Hormonproduktion der Schilddrüse wird durch ein komplexes Feedbacksystem reguliert, das von der Hypophyse und dem Hypothalamus gesteuert wird.

Die Hypophyse ist eine kleine Drüse im Gehirn, die das Hormon Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) produziert. TSH stimuliert die Schilddrüse zur Produktion von T4 und T3. Wenn die T4- und T3-Spiegel im Blut niedrig sind, wird die Hypophyse mehr TSH produzieren, um die Schilddrüse zur Produktion von mehr Hormonen zu stimulieren. Wenn die T4- und T3-Spiegel im Blut jedoch hoch sind, wird die Hypophyse weniger TSH produzieren, um die Hormonproduktion der Schilddrüse zu verringern.

Die Schilddrüsenhormone haben viele Funktionen im Körper. Sie beeinflussen den Stoffwechsel, die Körpertemperatur, das Wachstum und die Entwicklung von Körperzellen und Organen, den Herzschlag und den Energieverbrauch des Körpers. Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen, die Symptome wie Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut und Haare, Verstopfung und Gedächtnisprobleme verursachen kann. Eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen kann zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen, die Symptome wie Gewichtsverlust, übermäßiges Schwitzen, schneller Herzschlag, Durchfall und Zittern verursachen kann.

Welche Schilddrüsen Erkrankungen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Schilddrüsenerkrankungen, die durch verschiedene Ursachen verursacht werden können. Einige der häufigsten Schilddrüsenerkrankungen sind:

  1. Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Eine Unterfunktion der Schilddrüse tritt auf, wenn die Schilddrüse nicht genügend Hormone produziert, um den Körper zu versorgen. Ursachen können Autoimmunerkrankungen, Jodmangel oder Schilddrüsenentzündungen sein. Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut und Haare, Verstopfung und Gedächtnisprobleme umfassen. Die Behandlung besteht in der Regel aus einer Hormonersatztherapie, die die fehlenden Hormone ersetzt.
  2. Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Eine Überfunktion der Schilddrüse tritt auf, wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert. Die häufigste Ursache für eine Überfunktion der Schilddrüse ist die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow, bei der Antikörper die Schilddrüse stimulieren und zu einer übermäßigen Produktion von Hormonen führen. Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion können Gewichtsverlust, übermäßiges Schwitzen, schneller Herzschlag, Durchfall und Zittern umfassen. Die Behandlung kann Medikamente zur Unterdrückung der Hormonproduktion, Radiojodtherapie oder in schweren Fällen eine Operation umfassen.
  3. Schilddrüsenknoten: Schilddrüsenknoten sind klumpenartige Veränderungen im Schilddrüsengewebe. Die meisten Schilddrüsenknoten sind gutartig und verursachen keine Symptome. Einige Knoten können jedoch zu einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse führen. In einigen Fällen kann ein Knoten auch bösartig sein und zu Schilddrüsenkrebs führen. Eine Diagnose erfolgt durch eine Schilddrüsenuntersuchung, die Ultraschall, Szintigraphie und/oder eine Biopsie umfassen kann. Die Behandlung hängt von der Größe, dem Wachstum und dem Krebsrisiko des Knotens ab.
  4. Schilddrüsenentzündung: Eine Schilddrüsenentzündung kann durch eine Virusinfektion oder eine Autoimmunerkrankung verursacht werden. Eine häufige Form der Schilddrüsenentzündung ist die Hashimoto-Thyreoiditis, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift und zu einer Unterfunktion führt. Eine andere Form der Schilddrüsenentzündung ist die subakute Thyreoiditis, die oft durch eine Virusinfektion verursacht wird und zu Schmerzen und Entzündungen in der Schilddrüse führen kann. Die Behandlung hängt von der Ursache und der Schilddrüsenentzündung ab und kann von der Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten über eine Hormonersatztherapie bis hin zur Schilddrüsenoperation reichen.
  5. Schilddrüsenkrebs: Schilddrüsenkrebs ist selten und macht nur etwa 1% aller Krebserkrankungen aus. Die meisten Schilddrüsenkrebsarten wachsen langsam und haben eine gute Prognose. Zu den häufigsten Schilddrüsenkrebsarten gehören das papilläre Karzinom, das follikuläre Karzinom und das medulläre Karzinom. Die Behandlung von Schilddrüsenkrebs hängt von der Art und dem Stadium des Krebses ab und kann eine Operation, Radiojodtherapie oder eine Kombination aus beidem umfassen.

Es ist wichtig zu betonen, dass viele Schilddrüsenerkrankungen gut behandelbar sind, insbesondere wenn sie frühzeitig erkannt werden. Wenn Sie Symptome einer Schilddrüsenerkrankung bemerken oder ein erhöhtes Risiko haben, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden, um eine angemessene Diagnose und Behandlung zu erhalten.

Was sind die wichtigsten Schilddrüsenwerte im Blut?

Um den Zustand der Schilddrüse zu überprüfen, wird eine Blutuntersuchung durchgeführt, um bestimmte Schilddrüsenwerte zu messen. Nachfolgend werden die wichtigsten Schilddrüsenwerte im Blut und ihre Bedeutungen erläutert.

  1. TSH (Schilddrüsen-stimulierendes Hormon): TSH wird von der Hypophyse im Gehirn produziert und stimuliert die Schilddrüse zur Produktion von Schilddrüsenhormonen. Ein hoher TSH-Wert im Blut deutet darauf hin, dass die Schilddrüse nicht genügend Hormone produziert (Hypothyreose), während ein niedriger TSH-Wert darauf hinweist, dass die Schilddrüse zu viel Hormon produziert (Hyperthyreose).
  2. fT4 (freies Thyroxin): fT4 ist das aktive Schilddrüsenhormon, das von der Schilddrüse produziert wird. Es reguliert den Stoffwechsel und beeinflusst die Körperfunktionen wie Herzfrequenz, Körpertemperatur und Verdauung. Ein niedriger fT4-Wert kann auf eine Hypothyreose hinweisen, während ein hoher fT4-Wert auf eine Hyperthyreose hinweist.
  3. fT3 (freies Trijodthyronin): fT3 ist das stärkste Schilddrüsenhormon und hat ähnliche Funktionen wie fT4. Ein niedriger fT3-Wert kann auf eine Hypothyreose hinweisen, während ein hoher fT3-Wert auf eine Hyperthyreose hinweist.
  4. TPO-Antikörper: TPO-Antikörper sind Antikörper, die gegen das Enzym Thyreoperoxidase gerichtet sind, das für die Produktion von Schilddrüsenhormonen benötigt wird. Hohe TPO-Antikörper-Werte können auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, wie z.B. eine Hashimoto-Thyreoiditis, hinweisen.
  5. TRAK (Thyreotropin-Rezeptor-Antikörper): TRAK sind Antikörper, die gegen den Thyreotropin-Rezeptor gerichtet sind, der für die Steuerung der Schilddrüsenhormonproduktion durch TSH verantwortlich ist. Hohe TRAK-Werte können auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, wie z.B. die Basedow-Krankheit, hinweisen.

Diese Schilddrüsenwerte im Blut sind wichtige Indikatoren für den Zustand der Schilddrüse und können bei der Diagnose und Überwachung von Schilddrüsenerkrankungen hilfreich sein.

Was sind die Normalwerte der Schilddrüse?

Die Normalwerte für Schilddrüsenwerte im Blut können je nach Labor und Analysegerät variieren. Hier sind jedoch einige allgemeine Referenzbereiche für die wichtigsten Schilddrüsenwerte:

  1. TSH: Normalwerte für TSH liegen in der Regel zwischen 0,4 und 4,0 mU/l.
  2. fT4: Der Referenzbereich für fT4 variiert normalerweise zwischen 0,9 und 1,8 ng/dl.
  3. fT3: Normalwerte für fT3 liegen normalerweise zwischen 2,3 und 4,2 pg/ml.
  4. TPO-Antikörper: Ein normaler TPO-Antikörperwert liegt normalerweise bei weniger als 9 IU/ml.
  5. TRAK: Ein normaler TRAK-Wert ist in der Regel kleiner als 1,5 IU/l.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Normalwerte für Schilddrüsenwerte im Blut je nach Labor und Analysegerät unterschiedlich sein können.

Wie kann sich vor Schilddrüsen Krankheiten geschützt werden?

Es gibt einige Schritte, die ergriffen werden können, um die Schilddrüse gesund zu halten und das Risiko von Schilddrüsenerkrankungen zu reduzieren:

  1. Jodreiche Ernährung: Die Schilddrüse benötigt Jod, um Hormone zu produzieren. Eine ausreichende Jodzufuhr ist wichtig, um eine Unterfunktion oder Vergrößerung der Schilddrüse zu vermeiden. Jod ist in verschiedenen Lebensmitteln enthalten, darunter Seefisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte und Jodsalz.
  2. Stressreduktion: Stress kann den Hormonhaushalt des Körpers stören und zu Schilddrüsenproblemen führen. Es ist wichtig, Stressfaktoren zu identifizieren und Wege zu finden, um sie zu reduzieren. Dies kann z.B. durch regelmäßige Entspannungsübungen, ausreichend Schlaf und eine gesunde Work-Life-Balance erreicht werden.
  3. Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann helfen, das Risiko von Schilddrüsenerkrankungen zu reduzieren. Es kann auch dazu beitragen, den Stoffwechsel und die Hormonproduktion in der Schilddrüse zu regulieren.
  4. Vermeidung von Schilddrüsenauslösern: Bestimmte Substanzen wie Nikotin, Alkohol und bestimmte Medikamente können Schilddrüsenprobleme auslösen oder verschlimmern. Wenn Sie bereits eine Schilddrüsenerkrankung haben, sollten Sie sich über die Auswirkungen von Substanzen auf Ihre Schilddrüse informieren und diese gegebenenfalls vermeiden.
  5. Regelmäßige Untersuchungen: Regelmäßige Untersuchungen durch einen Arzt können dazu beitragen, Schilddrüsenerkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Personen mit erhöhtem Risiko für Schilddrüsenerkrankungen, wie z.B. Menschen mit familiärer Vorbelastung oder Autoimmunerkrankungen, sollten besonders auf Symptome achten und sich regelmäßig untersuchen lassen.

Insgesamt können diese Maßnahmen dazu beitragen, das Risiko von Schilddrüsenerkrankungen zu reduzieren und Ihre Schilddrüse gesund zu halten. Wenn Sie jedoch Symptome wie Müdigkeit, Gewichtsveränderungen oder Veränderungen im Halsbereich bemerken, sollten Sie sich umgehend von einem Arzt untersuchen lassen.

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