CT Scan von einem Gehirn

Tiefe Hirnstimulation (THS): Anwendungen, Ablauf & Kosten

Neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Epilepsie können ein scheinbar aussichtsloses Schicksal bedeuten, aber die Tiefe Hirnstimulation (THS) bietet Hoffnung und Hilfe. Dieser Artikel beleuchtet die Definition, unterstützten Krankheiten, den Ablauf, die Kosten und die Risiken dieser innovativen medizinischen Methode.

Kurzfassung

Die tiefe Hirnstimulation ist ein neurochirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden im Gehirn platziert werden, um Symptome von neurologischen Erkrankungen wie Parkinson-Krankheit zu lindern. Die THS wird auch zur Behandlung von schweren Depressionen, Zwangsstörungen, Epilepsie und Tourette-Syndrom in Betracht gezogen. Der Ablauf umfasst die Patientenauswahl, Bildgebung zur Zielfestlegung, die Operation selbst, die Implantation der Elektroden und des Neurostimulators, die Programmierung des Stimulationsgeräts und die lebenslange Nachsorge. Die Kosten können mehrere Zehntausend Euro betragen, werden jedoch normalerweise von gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn strenge Kriterien erfüllt sind. Dennoch sind mit der THS Risiken verbunden, darunter chirurgische Risiken, neurologische Komplikationen, Infektionen und psychologische Auswirkungen.

Was ist die tiefe Hirnstimulation?

Die tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein medizinisches Verfahren, bei dem winzige Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns implantiert werden. Diese Elektroden sind mit einem Stimulationsgerät verbunden, das ähnlich einem Herzschrittmacher arbeitet. Die THS wird oft zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie Parkinson-Krankheit, essentiellem Tremor und Dystonie eingesetzt. Das Ziel der THS ist es, die Aktivität bestimmter Gehirnregionen zu modulieren, um Symptome wie Zittern, Muskelsteifheit und Bewegungseinschränkungen zu reduzieren. Die genaue Platzierung der Elektroden und die Einstellungen des Stimulationsgeräts werden individuell angepasst, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Dieses Verfahren wird oft als letzte Option in Betracht gezogen, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirksam sind, und erfordert eine sorgfältige Beurteilung durch Fachärzte.

Wann wird die tiefe Hirnstimulation eingesetzt?

In erster Linie wird die THS häufig zur Behandlung von fortgeschrittenen Parkinson-Symptomen eingesetzt, insbesondere wenn medikamentöse Therapien nicht mehr ausreichend wirksam sind. Sie kann Tremor, Rigor und Bradykinese reduzieren.

Darüber hinaus kommt die tiefe Hirnstimulation bei schweren Depressionen zum Einsatz, wenn andere Therapien nicht erfolgreich waren. Die Elektroden zielen dabei auf den Nucleus subthalamicus.

In Experimenten wird die Anwendung der THS zur Behandlung von Essstörungen, insbesondere bei schwerer Anorexie nervosa, untersucht. Obwohl dies noch in der Forschungsphase ist, deuten einige Studien auf vielversprechende Ergebnisse hin.

Ebenfalls wird die THS bei schweren, therapieresistenten Fällen von Zwangsstörungen (OCD) und Epilepsie in Betracht gezogen, wenn medikamentöse Therapien nicht ausreichend wirksam sind. Sie kann die Anzahl der Anfälle verringern und Tics sowie Zwangsstörungen reduzieren.

Bei Menschen mit schwerem Tourette-Syndrom kann die THS ebenfalls in Erwägung gezogen werden, um Tics und Zwangsstörungen zu minimieren.

Wie läuft die tiefe Hirnstimulation ab?

Der Ablauf dieses komplexen Verfahrens umfasst mehrere Schritte.

Zunächst erfolgt die Patientenauswahl und Evaluation, bei der der Patient einer gründlichen medizinischen und psychiatrischen Untersuchung unterzogen wird, um die Eignung für die THS festzustellen und die Behandlungsziele zu definieren.

Daraufhin erfolgt die Bildgebung und Zielfestlegung, bei der moderne Bildgebungsverfahren wie MRT oder CT verwendet werden, um die genauen Hirnregionen zu identifizieren, die stimuliert werden sollen.

Die eigentliche Operation erfolgt unter Vollnarkose, bei der hauchdünne Elektroden in die zuvor festgelegten Hirnregionen implantiert werden. Diese Elektroden sind mit einem Neurostimulator verbunden, der oft unterhalb des Schlüsselbeins oder in der Bauchgegend implantiert wird.

Nach der Operation erfolgt die Programmierung und Anpassung des Neurostimulators, wobei Impulsparameter wie Frequenz und Intensität individuell angepasst werden, um die bestmögliche Symptomlinderung zu erreichen.

Die Nachsorge und Überwachung sind entscheidend, um sicherzustellen, dass die THS effektiv ist und keine Komplikationen auftreten. Die Programmierung kann im Laufe der Zeit angepasst werden, um Veränderungen in den Symptomen oder Bedürfnissen des Patienten gerecht zu werden.

Schließlich erfordert die THS lebenslange Pflege, einschließlich regelmäßiger Arztbesuche, Programmieranpassungen und der Überwachung auf mögliche Nebenwirkungen oder Komplikationen.

Was kostet die tiefe Hirnstimulation?

Die Kosten für die tiefe Hirnstimulation können erheblich variieren und hängen von verschiedenen Faktoren ab. In der Regel kann man jedoch eine grobe Schätzung der Gesamtkosten geben. Die THS ist eine komplexe neurochirurgische Behandlung, die sowohl die Operation selbst als auch die damit verbundene Nachsorge und Anpassung des Neurostimulators umfasst.

Die Gesamtkosten für die THS in Deutschland können sich auf mehrere Zehntausend Euro belaufen. Dies umfasst die Kosten für die Operation selbst, die Implantation der Elektroden und des Neurostimulators, die ärztlichen Honorare, die Krankenhauskosten und die medizinischen Geräte. Hinzu kommen die Kosten für die Nachsorge, die Programmierung und Anpassung der Stimulationsparameter sowie eventuelle zusätzliche Untersuchungen und Pflege.

Es sollte beachtet werden, dass dies nur eine grobe Schätzung ist und die tatsächlichen Kosten je nach individuellen Umständen variieren können. Es ist ratsam, sich frühzeitig mit dem behandelnden Arzt oder der Klinik in Verbindung zu setzen, um eine genaue Vorstellung von den erwarteten Kosten für die THS zu erhalten und finanzielle Aspekte zu klären.

Werden die Kosten der tiefen Hirnstimulation übernommen?

Die Kosten für die tiefe Hirnstimulation werden normalerweise von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Die THS wird in der Regel als anerkannte und wirksame Therapieoption für Patienten mit bestimmten neurologischen Erkrankungen angesehen, wie beispielsweise bei Parkinson-Krankheit, essenziellem Tremor oder schwerer Zwangsstörung.

Allerdings sind die Bedingungen für die Kostenübernahme streng und erfordern in der Regel eine vorherige Prüfung und Genehmigung durch die Krankenkasse. Der Patient muss in der Regel eine ausführliche Diagnose sowie eine ärztliche Empfehlung für die THS vorlegen. Darüber hinaus müssen alternative Therapieoptionen ausgeschöpft und als nicht ausreichend wirksam befunden worden sein.

Es ist wichtig zu beachten, dass zusätzliche Kosten, die nicht direkt mit der medizinischen Behandlung zusammenhängen, wie beispielsweise Reise- oder Unterbringungskosten, in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

Die genauen Bedingungen und Richtlinien für die Kostenübernahme können von Krankenkasse zu Krankenkasse leicht variieren, daher ist es ratsam, sich frühzeitig mit der eigenen Krankenkasse in Verbindung zu setzen und alle erforderlichen Schritte zu klären, um sicherzustellen, dass die Kosten der THS abgedeckt werden.

Was sind die Risiken einer tiefen Hirnstimulation?

Die tiefe Hirnstimulation ist eine wirksame neurochirurgische Behandlung für verschiedene neurologische Erkrankungen wie Parkinson-Krankheit, essentiellen Tremor und schwere Zwangsstörungen. Sie geht jedoch auch mit einigen Risiken und potenziellen Komplikationen einher. Zu diesen gehören chirurgische Risiken wie Blutungen, Infektionen und Anästhesie-Reaktionen. Während des Platzierens der Elektroden im Gehirn können neurologische Komplikationen wie vorübergehende oder bleibende neurologische Defizite auftreten. Infektionen sind möglich, da Verbindungskabel von Gehirn zu Batterie unter der Haut führen. Die Batterien haben eine begrenzte Lebensdauer und müssen ersetzt werden, was eine erneute Operation erfordert. Die THS kann auch psychologische Auswirkungen haben und Nebenwirkungen wie Sprechprobleme, Stimmungsschwankungen und Gedächtnisprobleme verursachen. Eine ungenaue Elektrodenplatzierung kann zu weniger effektiver Stimulierung führen. Die genaue Risikobewertung sollte in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erfolgen, um die individuelle Situation des Patienten zu berücksichtigen. Es ist wichtig, dass Patienten und Angehörige die potenziellen Risiken und Vorteile verstehen, bevor sie sich für die THS entscheiden.

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Blutwerte Redaktion

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