Ein Mann miss bei einer Frau den Blutdruck am Oberarm.

Blutdruck: Warum er abends höher ist 

Unser Körper ist ein Meister darin, sich den Anforderungen des Tages anzupassen. Das gilt auch für den Blutdruck, der zu unterschiedlichen Tageszeiten Schwankungen unterliegt und am Abend ohne scheinbaren Grund besonders hoch sein kann. Doch warum ist das so? In diesem Artikel erklären wir die Ursachen und was man tun kann, um den Blutdruck auch abends im gesunden Bereich zu halten.

Kurzfassung

Der Blutdruck kann abends aufgrund einer Reihe von Faktoren höher sein als tagsüber. Dazu gehören Stress, körperliche Aktivität, Ernährung und auch die „innere Uhr“ des Körpers. Eine erhöhte Abendblutdruckmessung kann jedoch auch ein Indikator für Bluthochdruck und damit ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Um den Blutdruck abends zu senken, können Veränderungen des Lebensstils wie regelmäßige Bewegung, eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf helfen. In einigen Fällen kann auch eine medikamentöse Therapie notwendig sein. Es ist wichtig, den Blutdruck regelmäßig zu überwachen und bei anhaltend erhöhten Werten ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Was versteht man unter Blutdruck?

Der Blutdruck ist ein wichtiger Indikator für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. Er beschreibt den Druck, den das Blut auf die Wände der Blutgefäße ausübt. Der Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen und besteht aus zwei Werten: dem systolischen Blutdruck (der höhere Wert), der den Druck im Moment der Kontraktion des Herzmuskels misst, und dem diastolischen Blutdruck (der niedrigere Wert), der den Druck zwischen den Kontraktionen misst.

Ein normaler Blutdruck liegt bei Erwachsenen bei etwa 120/80 mmHg. Wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist, spricht man von Bluthochdruck oder Hypertonie. Bluthochdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Niedriger Blutdruck oder Hypotonie tritt auf, wenn der systolische Wert unter 90 mmHg liegt. In der Regel ist niedriger Blutdruck nicht gefährlich, kann aber zu Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht führen.

Was beeinflusst den Blutdruck?

Der Blutdruck wird durch mehrere Faktoren beeinflusst, darunter:

  • Herzleistung: Die Kraft, mit der das Herz das Blut in den Kreislauf pumpt, bestimmt den systolischen Blutdruck (der höhere Wert).
  • Blutvolumen: Eine Zunahme des Blutvolumens erhöht den Blutdruck.
  • Elastizität der Blutgefäße: Steifere Gefäßwände können zu höherem Blutdruck führen.
  • Hormone: Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin können den Blutdruck erhöhen, während Hormone wie ANP (Atriales natriuretisches Peptid) den Blutdruck senken können.
  • Nierenfunktion: Die Nieren regulieren den Salz- und Flüssigkeitshaushalt im Körper und beeinflussen dadurch den Blutdruck.
  • Alter und Vererbung: Der Blutdruck steigt normalerweise mit dem Alter und kann auch von genetischen Faktoren abhängen.
  • Stress und Lebensstil: Stress, Rauchen, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel können den Blutdruck erhöhen.

Warum kann der Blutdruck abends höher sein?

Normalerweise sollte der Blutdruck im Laufe des Tages gleich bleiben, aber bei manchen Menschen steigt der Blutdruck am Abend an. Warum passiert das?

Eine mögliche Erklärung für den Anstieg des Blutdrucks am Abend ist der natürliche Rhythmus des Körpers. Der Blutdruck unterliegt einem sogenannten zirkadianen Rhythmus, der von der inneren Uhr des Körpers gesteuert wird. Dieser Rhythmus sorgt dafür, dass der Blutdruck am Morgen ansteigt und im Laufe des Tages langsam absinkt. Bei manchen Menschen kann es jedoch dazu kommen, dass der zirkadiane Rhythmus gestört ist, was zu einem Anstieg des Blutdrucks am Abend führt.

Auch der Lebensstil kann eine Rolle spielen. Wenn wir am Abend viel essen, Alkohol trinken oder uns nicht ausreichend bewegen, kann dies den Blutdruck erhöhen. Stress und Ängste können ebenfalls dazu führen, dass der Blutdruck am Abend steigt.

Eine weitere mögliche Ursache für einen Anstieg des Blutdrucks am Abend ist eine medizinische Erkrankung, wie beispielsweise Bluthochdruck. Wenn der Blutdruck über einen längeren Zeitraum zu hoch ist, kann dies zu Schäden an den Gefäßen und Organen führen. In diesem Fall ist es wichtig, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung einzuleiten.

Was kann helfen, den Blutdruck zu senken?

Eine höhere Prävalenz von Bluthochdruck am Abend ist bekannt, aber es gibt Möglichkeiten, den Blutdruck zu senken und das Risiko von Komplikationen zu reduzieren.

Eine Möglichkeit, den Blutdruck zu senken, ist körperliche Aktivität. Regelmäßiges Training kann dazu beitragen, das Herz-Kreislauf-System zu stärken und den Blutdruck zu senken. Eine gesunde Ernährung mit wenig Natrium und Fett und viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann ebenfalls helfen, den Blutdruck zu senken.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist Stressmanagement. Chronischer Stress kann den Blutdruck erhöhen, daher ist es wichtig, Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation zu praktizieren, um Stress abzubauen und den Blutdruck zu senken. Ausreichend Schlaf ist ebenfalls wichtig für den Körper.

Medikamente können auch bei der Senkung des Blutdrucks helfen. Antihypertensiva, einschließlich Diuretika, Betablocker, Calciumkanalblocker und Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)-Hemmer, können verschrieben werden, um den Blutdruck zu senken. Es ist jedoch wichtig, sich mit einem Arzt zu beraten und regelmäßige Blutdruckmessungen durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Medikamente angemessen dosiert sind und keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten.

Neben diesen Maßnahmen kann auch eine Reduzierung des Alkoholkonsums und Rauchens helfen, den Blutdruck zu senken. Insgesamt gibt es viele Möglichkeiten, den Blutdruck zu senken und das Risiko von Komplikationen zu reduzieren, insbesondere bei einem höheren Blutdruck am Abend. Es ist jedoch wichtig, mit einem Arzt zu sprechen, um eine angemessene Behandlung zu erhalten und regelmäßige Blutdruckmessungen durchzuführen.

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