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Morbus Crohn: Symptome, Diagnose, Ursache

Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung des Verdauungstrakts, die oft schwer zu diagnostizieren ist. Blutwerte können dabei helfen, die Krankheit zu erkennen und ihre Ursachen aufzudecken. In diesem Artikel werden wird darauf eingegangen, was Morbus Crohn ist, wie es diagnostiziert wird und welche Rolle Blutwerte dabei spielen.

Kurzfassung

Morbus Crohn ist eine Autoimmunerkrankung, die jeden Teil des Gastrointestinaltrakts betreffen kann. Die Symptome reichen von mild bis hin zu schwer und lebensbedrohlich und können sich von Person zu Person unterscheiden. Zur Diagnose führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch, fragt nach Symptomen und führt eine Blutuntersuchung, Stuhlprobe, Darmspiegelung, Röntgen- oder CT-Untersuchung oder Magnetresonanztomographie durch. Eine Blutuntersuchung kann auf verschiedene Blutwerte achten, die auf Morbus Crohn hinweisen können, wie C-reaktives Protein, Blutsenkungsgeschwindigkeit, Calprotectin, Hämoglobin und Eisen. Es ist wichtig zu beachten, dass erhöhte Werte nicht immer ein eindeutiges Zeichen für Morbus Crohn sind und weitere Untersuchungen notwendig sein können.

Was ist Morbus Crohn?

Morbus Crohn ist eine chronische Entzündungskrankheit des Verdauungstrakts, die jeden Teil des Gastrointestinaltrakts betreffen kann, vom Mund bis zum After. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise das körpereigene Gewebe im Verdauungstrakt angreift, was zu einer Entzündung führt. Die Symptome von Morbus Crohn können von milden bis hin zu schweren und lebensbedrohlichen reichen und können sich auch von Person zu Person unterscheiden.

Wie erkennt man Morbus Crohn?

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und es gibt keine spezifischen Anzeichen, die nur bei Morbus Crohn auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust und Müdigkeit. Einige Patienten können auch Blut im Stuhl oder eine verminderte Nahrungsaufnahme aufgrund von Übelkeit und Erbrechen bemerken.

Wie wird Morbus Crohn diagnostiziert?

Um Morbus Crohn zu diagnostizieren, führt der Arzt zunächst eine körperliche Untersuchung durch und fragt nach den Symptomen des Patienten. Eine Blutuntersuchung kann durchgeführt werden, um Entzündungen im Körper zu erkennen. Eine Stuhlprobe kann auch auf Anzeichen von Entzündungen und Infektionen getestet werden.

Eine Darmspiegelung (Koloskopie) kann ebenfalls durchgeführt werden, um den Zustand des Darms zu beurteilen und um Gewebeproben zu entnehmen. Eine Röntgen- oder CT-Untersuchung kann ebenfalls durchgeführt werden, um den Verdauungstrakt zu visualisieren und Veränderungen wie Verdickungen oder Verengungen zu identifizieren.

In einigen Fällen kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden, um den Darm zu untersuchen und um Veränderungen im Gewebe zu erkennen. Die Kombination aus verschiedenen Tests und Verfahren hilft dem Arzt, eine genaue Diagnose von Morbus Crohn zu stellen und die bestmögliche Behandlung für den Patienten zu planen.

Welche Blutwerte können auf Morbus Crohn hinweisen?

Morbus Crohn ist eine entzündliche Darmerkrankung, die verschiedene Blutwerte verändern kann. Eine Blutuntersuchung kann daher ein wichtiger Hinweis auf eine mögliche Erkrankung sein. Im Folgenden werden die wichtigsten Blutwerte erläutert, die auf Morbus Crohn hinweisen können.

  1. C-reaktives Protein (CRP): CRP ist ein Protein, das bei Entzündungen im Körper vermehrt gebildet wird. Ein erhöhter CRP-Wert im Blut kann ein Hinweis auf eine aktive Entzündung im Darm sein. Der Normalwert für CRP beträgt in der Regel < 5 mg/l.
  2. Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG): Die BSG gibt an, wie schnell die roten Blutkörperchen im Blut sich absetzen. Eine erhöhte BSG ist ebenfalls ein Zeichen für eine Entzündung im Körper. Der Normalwert für Frauen beträgt 2-15 mm/h und für Männer 1-10 mm/h.
  3. Calprotectin: Calprotectin ist ein Protein, das vermehrt bei Entzündungen im Darm ausgeschieden wird. Ein hoher Calprotectin-Wert im Stuhl oder im Blut kann ein Hinweis auf eine aktive Entzündung im Darm sein. Der Normalwert für Calprotectin im Stuhl beträgt < 50 mg/kg und im Blut < 7,5 µg/ml.
  4. Hämoglobin (Hb): Hämoglobin ist ein Protein, das in den roten Blutkörperchen enthalten ist und Sauerstoff im Körper transportiert. Bei Entzündungen im Körper kann es zu einer Abnahme des Hämoglobins kommen, was zu einer Blutarmut führen kann. Der Normalwert für Hämoglobin beträgt bei Frauen 12-16 g/dl und bei Männern 13-17 g/dl.
  5. Eisen: Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des Hämoglobins und wird auch für andere Körperfunktionen benötigt. Eine Entzündung im Darm kann zu einem Eisenmangel führen, da das Eisen nicht ausreichend aufgenommen werden kann. Ein niedriger Eisenwert im Blut kann daher ein Hinweis auf Morbus Crohn sein. Der Normalwert für Eisen beträgt bei Frauen 50-170 µg/dl und bei Männern 65-175 µg/dl.

Es ist wichtig zu beachten, dass erhöhte Werte nicht immer ein eindeutiges Zeichen für Morbus Crohn sind und weitere Untersuchungen notwendig sein können, um eine Diagnose zu stellen. Zudem können die Normalwerte je nach Labor leicht abweichen. Eine genaue Interpretation der Blutwerte sollte daher immer mit einem erfahrenen Arzt erfolgen.

Wie wird Morbus Crohn behandelt?

Morbus Crohn ist eine chronische Entzündungserkrankung des Verdauungstrakts, die in der Regel lebenslang bestehen bleibt. Es gibt keine Heilung für Morbus Crohn, aber es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um Symptome zu lindern und Entzündungen zu kontrollieren.

Zunächst können Änderungen der Ernährung und des Lebensstils helfen, Symptome zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr können helfen, Verstopfung und Durchfall zu reduzieren. Rauchen kann die Symptome von Morbus Crohn verschlimmern und sollte vermieden werden.

Medikamente werden oft eingesetzt, um Entzündungen zu reduzieren und Symptome zu kontrollieren. Corticosteroide wie Prednison können kurzfristig Entzündungen reduzieren, aber langfristiger Einsatz kann unerwünschte Nebenwirkungen haben. Immunmodulatoren wie Azathioprin und Methotrexat können Entzündungen langfristig reduzieren, haben aber ein höheres Risiko von Nebenwirkungen. Biologika wie Infliximab und Adalimumab zielen auf bestimmte Proteine ab, die Entzündungen im Körper verursachen, und können Entzündungen reduzieren.

In schweren Fällen von Morbus Crohn kann eine Operation erforderlich sein, um geschädigtes Gewebe im Darm zu entfernen oder Abszesse zu behandeln. In einigen Fällen kann eine Operation dazu beitragen, Symptome langfristig zu reduzieren und eine Remission zu erreichen.

Die Behandlung von Morbus Crohn erfordert oft eine Kombination aus Änderungen des Lebensstils, Medikamenten und gelegentlich auch chirurgischen Eingriffen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann dazu beitragen, Symptome zu reduzieren und Komplikationen zu vermeiden. Es ist wichtig, eng mit einem Arzt zusammenzuarbeiten, um die beste Behandlungsoption für jeden Patienten zu finden.

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