Arzt berührt den unteren Rücken eines Patienten

Nierenbeckenentzündung: Symptome, Schmerzen & Behandlung

Nierenbeckenentzündungen sind schmerzhaft und erfordern präzise Informationen, um bestmöglich zu handeln. Dieser Artikel widmet sich der Definition, den Symptomen, Schmerzen, Ursachen, Diagnosemöglichkeiten, Behandlungsoptionen und der Frage nach Ansteckung. Eine umfassende Quelle für alle, die mehr über das Nierenleiden erfahren möchten.

Kurzfassung

Die Nierenbeckenentzündung ist eine entzündliche Erkrankung, die durch aufsteigende Bakterien, insbesondere Escherichia coli (E. coli), ausgelöst wird. Die Entzündung betrifft das Nierenbecken und setzt komplexe immunologische Reaktionen im Körper in Gang. Symptome der Erkrankung sind unter anderem starke Schmerzen im Nierenbereich, begleitet von Fieber, Schüttelfrost, erhöhtem Harndrang und brennenden Schmerzen beim Wasserlassen. Die Intensität der Schmerzen kann variieren, aber in der Regel werden sie als stark und lokalisiert beschrieben. Ursachen können bakterielle Infektionen, anatomische Anomalien der Harnwege, Harnsteine und Blutbahninfektionen sein. Die Diagnose erfolgt durch ärztliche Untersuchungen, Blut- und Urinanalysen sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder CT. Die Behandlung umfasst in der Regel Antibiotika und symptomatische Therapie. Die Nierenbeckenentzündung selbst ist nicht ansteckend, aber die zugrunde liegenden Bakterien können übertragen werden, insbesondere bei sexueller Aktivität. Daher ist gute Hygiene wichtig, um das Risiko von Harnwegsinfektionen zu minimieren.

Was ist eine Nierenbeckenentzündung?

Die Nierenbeckenentzündung, auch Pyelonephritis genannt, ist eine entzündliche Erkrankung, die das Nierenbecken betrifft. Im Verlauf dieser Erkrankung treten im Körper komplexe immunologische Reaktionen auf. Die Entzündung resultiert aus einer Infektion, die häufig durch aufsteigende Bakterien verursacht wird. Diese erreichen das Nierenbecken über die Harnwege und führen zu einer Infektion des Nierengewebes. Im Zuge der Immunantwort werden verschiedene Abwehrmechanismen aktiviert, darunter die Freisetzung von Entzündungsmediatoren und die Mobilisierung von Immunzellen. Diese Reaktionen zielen darauf ab, die Infektion einzudämmen und zu beseitigen. Der Verlauf der Nierenbeckenentzündung spiegelt somit das komplexe Zusammenspiel von Infektion, Entzündung und Immunantwort im Körper wider.

Welche Symptome treten bei einer Nierenbeckenentzündung auf?

Bei einer Nierenbeckenentzündung äußern sich die Symptome in vielfältiger Weise und geben Aufschluss über die entzündliche Erkrankung des Nierenbeckens. Charakteristisch sind häufig Schmerzen im Bereich der Nieren, begleitet von Fieber und Schüttelfrost. Betroffene können zudem über vermehrten Harndrang und brennende Schmerzen beim Wasserlassen klagen. Die Entzündung kann zu trübem oder blutigem Urin führen. Auch allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl sind möglich.

Wie stark sind die Schmerzen bei einer Nierenbeckenentzündung?

Die Intensität der Schmerzen bei einer Nierenbeckenentzündung, auch Pyelonephritis genannt, kann variieren, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt. In der Regel werden die Schmerzen als stark und lokalisiert im Bereich der betroffenen Niere beschrieben. Die Entzündung führt zu Druckempfindlichkeit und Schwellung im Nierenbereich, was zu intensiven Flankenschmerzen führen kann. Diese Schmerzen können sich bis in den Unterbauch oder die Leistengegend erstrecken. Es ist wichtig zu beachten, dass die individuelle Schmerzempfindung unterschiedlich ist, und einige Personen können die Beschwerden als besonders intensiv wahrnehmen, während andere möglicherweise mildere Symptome verspüren. In jedem Fall sollten Schmerzen im Nierenbereich ernst genommen und umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Welche Ursachen hat eine Nierenbeckenentzündung?

Die Nierenbeckenentzündung wird häufig durch bakterielle Infektionen verursacht, wobei Escherichia coli (E. coli), ein Bakterium aus dem Darm, eine dominierende Rolle spielt. Der Weg der Bakterien erfolgt oft über die Harnröhre und die Blase in das Nierenbecken. Besonders Frauen sind aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre anfälliger für solche aufsteigenden Infektionen als Männer.

Weitere Faktoren, die eine Nierenbeckenentzündung begünstigen können, sind strukturelle Anomalien der Harnwege, Harnsteine, die den normalen Harnabfluss behindern, sowie Blutbahninfektionen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, sei es durch Krankheiten wie Diabetes oder den Einsatz immunsuppressiver Medikamente, besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Nierenbeckenentzündungen.

Zudem können wiederkehrende Harnwegsinfektionen, insbesondere wenn sie nicht vollständig behandelt werden, das Risiko einer Nierenbeckenentzündung erhöhen. Eine präzise Identifikation der Ursachen ist entscheidend, um eine gezielte und effektive Behandlung einzuleiten und mögliche Komplikationen zu verhindern.

Wie wird eine Nierenbeckenentzündung diagnostiziert?

Die Diagnose einer Nierenbeckenentzündung erfordert eine sorgfältige ärztliche Untersuchung und verschiedene diagnostische Verfahren. Im Rahmen der Anamnese wird der Arzt Informationen zu den auftretenden Symptomen, dem Verlauf der Beschwerden und möglichen Risikofaktoren erfragen. Eine körperliche Untersuchung kann auf Druckempfindlichkeit im Nierenbereich oder andere Hinweise auf eine Entzündung hindeuten.

Blutuntersuchungen spielen eine zentrale Rolle, um Entzündungswerte wie die Anzahl der weißen Blutkörperchen zu überprüfen. Eine erhöhte Anzahl dieser Zellen im Blut kann auf eine aktive Infektion hindeuten. Zudem werden die Serumkreatinin- und Harnstoffwerte gemessen, um die Nierenfunktion zu beurteilen.

Eine Urinanalyse ist entscheidend, um nach Anzeichen von Infektionen im Harntrakt zu suchen. Hierbei wird auf Bakterien, weiße Blutkörperchen und rote Blutkörperchen im Urin geachtet. Eine Urinkultur kann zusätzlich durchgeführt werden, um das spezifische Bakterium zu identifizieren und die Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika zu testen.

Bildgebende Verfahren wie ein Ultraschall, eine CT- oder MRT-Untersuchung ermöglichen eine detaillierte Darstellung der Nieren und des Harntrakts. Diese Untersuchungen können strukturelle Anomalien, Nierensteine oder andere Ursachen für die Nierenbeckenentzündung sichtbar machen.

In einigen Fällen kann eine Szintigraphie oder eine Nierenbiopsie erforderlich sein, um spezifische Informationen über die Funktion und den Zustand der Nieren zu erhalten.

Wie wird eine Nierenbeckenentzündung behandelt?

Die Behandlung einer Nierenbeckenentzündung erfordert in der Regel eine therapeutische Kombination aus Antibiotika und unterstützenden Maßnahmen. Antibiotika werden verschrieben, um die bakterielle Infektion zu bekämpfen. Die Wahl des Antibiotikums hängt von der Identifizierung des spezifischen Erregers und seiner Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Medikamenten ab. Die Behandlungsdauer kann je nach Schwere der Infektion und individueller Reaktion auf die Medikation variieren.

Neben Antibiotika kann eine symptomatische Therapie zur Linderung von Schmerzen und Fieber erfolgen. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um die Nierenfunktion zu unterstützen und die Ausschwemmung von Bakterien zu fördern. Bei schweren Fällen oder Komplikationen kann eine stationäre Behandlung erforderlich sein, insbesondere wenn eine intravenöse Antibiotikatherapie notwendig ist.

In einigen Fällen, insbesondere bei wiederkehrenden Infektionen, kann eine weiterführende Abklärung erforderlich sein, um mögliche Ursachen zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zur Vorbeugung zu ergreifen.

Ist eine Nierenbeckenentzündung ansteckend?

Eine Nierenbeckenentzündung ist im eigentlichen Sinne keine ansteckende Krankheit, da sie nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die Infektion entsteht in der Regel durch das Eindringen von Bakterien, meistens Darmbakterien wie Escherichia coli (E. coli), in die Harnwege. Typischerweise gelangen diese Bakterien über die Harnröhre in die Blase und können von dort aus in die Nieren aufsteigen, was zu einer Entzündung führt.

Obwohl die Pyelonephritis selbst nicht ansteckend ist, können die zugrunde liegenden Bakterien, die die Infektion verursachen, von einer Person auf eine andere übertragen werden, insbesondere während sexueller Aktivität. Daher ist es wichtig, gute Hygienepraktiken zu wahren, um die Verbreitung von Bakterien zu minimieren und das Risiko von Harnwegsinfektionen, einschließlich Nierenbeckenentzündungen, zu reduzieren.

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Blutwerte Redaktion

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