Erythrozyten

Erythrozyten, auch als rote Blutkörperchen bekannt, sind essentiell für den Sauerstofftransport im Körper. Doch was genau sind Erythrozyten und welche Funktion haben sie im Körper? In diesem Beitrag erhalten Sie einen Überblick über Erythrozyten, ihren Referenzbereich, mögliche Ursachen und Symptome bei Abweichungen, sowie die Behandlungsmöglichkeiten.

Kurzfassung

Erythrozyten sind wichtige Bestandteile unseres Blutes und transportieren Sauerstoff zu unseren Zellen. Der Referenzbereich für Erythrozyten liegt bei Männern zwischen 4,3 und 5,7 Millionen pro Mikroliter (µl) und bei Frauen zwischen 3,9 und 5,2 Millionen pro (µl). Abnormale Werte können auf Blutarmut, Blutverlust oder Knochenmarkserkrankungen hinweisen. Eine zu niedrige Erythrozytenzahl (Erythrozytopenie) kann Symptome wie Müdigkeit, Schwindel und Kurzatmigkeit verursachen. Eine zu hohe Erythrozytenzahl (Erythrozytose) kann zu Blutgerinnseln und Schlaganfällen führen. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Abweichung.

Defintion

Erythrozyten, auch bekannt als rote Blutkörperchen, sind die Zellen des Blutes, die für den Transport von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Körper verantwortlich sind. Mit dem Protein Hämoglobin, das Sauerstoff bindet und transportiert, können sie Sauerstoff von der Lunge zu den verschiedenen Geweben des Körpers transportieren und gleichzeitig Kohlenstoffdioxid aus den Geweben zur Ausscheidung in der Lunge aufnehmen. Erythrozyten machen etwa 40 bis 45 Prozent des gesamten Blutvolumens aus und sind somit der häufigste Zelltyp im Blut.

Normwert

Der normale Referenzbereich für Erythrozyten im Blut liegt zwischen 4,3 und 5,7 Millionen pro Mikroliter (µl) bei Männern und zwischen 3,9 und 5,2 Millionen pro Mikroliter (µl) bei Frauen. Bei Neugeborenen und Säuglingen sind die Werte höher und können bis zu 6,0 Millionen Zellen pro Mikroliter Blut betragen. Ein Wert unterhalb dieses Bereichs wird als Erythrozytopenie bzw. Anämie bezeichnet, während ein Wert darüber als Erythrozytose bezeichnet wird.

Einheiten-Umrechnen

 
    Wert:   mmol/L   umwandeln in   Einheit:    

 

   

Ursache

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum der Erythrozytenwert im Körper schwanken kann. Es ist jedoch wichtig, die genaue Ursache zu identifizieren und festzustellen, ob es sich um eine Abweichung nach oben oder unten handelt, um eine gezielte Behandlung zu ermöglichen. Im nächsten Abschnitt werden einige mögliche Ursachen für solche Abweichungen aufgelistet.

Erniedrigte Werte

  • Eisenmangel oder Vitaminmangel: Eisenmangel oder Vitaminmangel kann zu einer verminderten Produktion von Erythrozyten führen, da Eisen ein wichtiger Bestandteil des Hämoglobins ist.
  • Blutverlust: Bei größeren Blutungen kann es zu einem vorübergehenden Abfall der Erythrozytenwerte kommen z.B. durch Verletzungen, Operationen oder starke Menstruation
  • Chronische Nierenerkrankungen: Die Nieren produzieren das Hormon Erythropoetin, welches für die Bildung von Erythrozyten im Knochenmark notwendig ist. Bei Nierenerkrankungen kann die Produktion von Erythropoetin beeinträchtigt sein, was zu einem Erythrozytenmangel führen kann.
  • Chronische Erkrankungen: Bestimmte chronische Erkrankungen wie z.B. rheumatoide Arthritis oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können zu einer verminderten Produktion von Erythrozyten führen.
  • Genetische Veranlagungen: Seltene genetische Erkrankungen wie z.B. die Sichelzellkrankheit oder Thalassämie können zu einer verminderten Produktion oder veränderten Form von Erythrozyten führen.

Erhöhte Werte

  • Chronische Lungenerkrankungen wie COPD oder Lungenfibrose: führen zu Sauerstoffmangel und somit zu einer gesteigerten Produktion von Erythrozyten
  • Höhentraining oder -aufenthalt: durch den Sauerstoffmangel wird die Erythrozytenproduktion angeregt
  • Dehydration: durch den Flüssigkeitsmangel sinkt das Blutvolumen und somit steigt die Konzentration der Erythrozyten im Blut
  • Erkrankungen des Knochenmarks wie Polycythaemia vera oder andere Myeloproliferative Erkrankungen: führen zu einer gesteigerten Produktion von Erythrozyten
  • Missbrauch von Dopingmitteln wie Erythropoetin (EPO): führt zu einer gesteigerten Produktion von Erythrozyten

Es ist wichtig zu beachten, dass dies nur einige der möglichen Ursachen für abnormale Erythrozytenwerte sind und dass eine genaue Diagnose durch einen Arzt erforderlich ist.

Symptome und Krankheiten

Anämie: Eine zu geringe Anzahl von Erythrozyten im Blut kann zu verschiedenen Symptomen führen.

  • Blässe: aufgrund des Sauerstoffmangels können Haut und Schleimhäute blass erscheinen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit: da der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird
  • Kurzatmigkeit und Atemnot: da das Herz versucht, den Mangel an roten Blutkörperchen auszugleichen, was zu einer erhöhten Herzfrequenz und Kurzatmigkeit führen kann
  • Herzklopfen und Schwindel: durch die beschleunigte Herzfrequenz kann es zu Herzrhythmusstörungen und Schwindelgefühlen kommen

Erythrozytose: Eine zu hohe Anzahl von Erythrozyten im Blut kann ebenfalls zu verschiedenen Symptomen führen.

  • Kopfschmerzen: aufgrund des erhöhten Blutdrucks
  • Schwindelgefühl und Benommenheit: auch dies kann durch den erhöhten Blutdruck hervorgerufen werden
  • Sehstörungen: ebenfalls bedingt durch den erhöhten Blutdruck
  • Herzklopfen und Herzrasen: da das Herz versucht, das zusätzliche Blut zu befördern
  • Thrombosen: aufgrund des erhöhten Blutviskosität, die zu einer erhöhten Bildung von Blutgerinnseln führen kann.

Maßnahmen zur Korrektur oder Behandlung

Die Behandlung von Abweichungen im Erythrozytenwert hängt von der Ursache ab. Wenn die Abweichung durch eine medizinische Erkrankung oder Anämie verursacht wurde, kann eine Behandlung der Grunderkrankung notwendig sein. Zum Beispiel können Eisenpräparate bei einer Eisenmangelanämie verabreicht werden. Eine Chemotherapie kann bei bestimmten Krebsarten eingesetzt werden, um die Anzahl der Erythrozyten zu erhöhen. Bei Patienten mit Nierenerkrankungen kann eine Behandlung der Erkrankung sowie eine Dialyse-Therapie notwendig sein, um den Erythrozytenwert zu korrigieren.

In manchen Fällen kann eine Bluttransfusion notwendig sein, um den Erythrozytenwert kurzfristig zu erhöhen. Hierbei wird dem Patienten Blut oder Erythrozytenkonzentrat von einem Spender verabreicht. Hier gibt es weitere Informationen.

Die Behandlung sollte immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen, um individuelle Risiken und Nutzen abzuwägen.

Die Inhalte von Blutwerte.de werden nach höchstem wissenschaftlichen Standard von Medizinredakteuren verfasst oder geprüft. Die Artikel können dennoch Fehler enthalten und sollen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten. Sie können in keinem Fall einen Arztbesuch ersetzen und stellen keine Handlungsempfehlung dar.

Blutwerte Redaktion

Blutwerte Redaktion

Eigene Autorinnen und Autoren

Ansammlung von Laborproben

Cortisol: Wirkung & wie man es senken kann

Cortisol, auch als „Stresshormon“ bekannt, spielt eine vielseitige Rolle im Körper. Dieser Artikel beleuchtet die Funktion von Cortisol, erforscht die Ursachen erhöhter Spiegel, diskutiert die Wirkungen hoher Cortisolwerte und deren

Lesen
Person wird Blut im Arm abgenommen

Blutplasma: Bestandteile, Aufgaben & mehr

Blutplasma, das überwiegend aus Wasser, Proteinen und anderen Substanzen besteht, spielt eine entscheidende Rolle im menschlichen Körper. Dieser Artikel definiert Blutplasma, erklärt seine Bestandteile und Aufgaben, erforscht den medizinischen Nutzen

Lesen

Mit unserer App immer alle Blutwerte im Blick

Bald verfügbar

Befund scannen oder eintippen

Scanne Deinen Laborbefund oder füge ihn manuell hinzu

Referenzbereiche bestimmen

Passend zu Deinen Profilangaben bereitgestellt oder vom Befund übertragen

Biomarker Informationen

Beschreibungen und mögliche Gründe für Abweichungen

Homescreen Mockup der Blutwerte App

Verlauf ansehen

Die Werte einzelner Biomarker im zeitlichen verlauf, Zeitspanne wählbar

Biomarker Lexikon

Einheiten, Normalwerte, Gründe für Abweichungen und Weiteres

Profile für Familie und Freunde

Weitere Profile, mit Alter und Geschlecht, für einen passenden Normalwerte Bereich