Zecke auf der Haut eines Menschen

Zeckenbiss: Wichtige Borreliose Blutwerte

Zeckenbisse sind an sich schon unangenehm, besonders im Sommer, wenn jedoch eine Zecke Borreliose überträgt, kann das zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. In diesem Artikel wird erklärt, welche Blutwerte bei der Diagnose von Borreliose wichtig sind und wie sich vor den Folgen eines Zeckenbisses geschützt werden kann.

Kurzfassung

Borreliose ist eine Krankheit, die durch Bakterien verursacht wird, die von Zecken auf den Menschen übertragen werden. Es gibt verschiedene Bluttests, die zur Diagnose von Borreliose verwendet werden können. Die wichtigsten Blutwerte, die auf eine Borreliose-Infektion hinweisen können, sind IgM- und IgG-Antikörper gegen Borrelien. IgM-Antikörper treten normalerweise etwa zwei Wochen nach einer Infektion auf, während IgG-Antikörper später auftreten und für einen längeren Zeitraum im Blut nachweisbar sind. Ein positiver Test allein ist jedoch nicht immer ausreichend, um eine Diagnose zu stellen, und sollte von einem Arzt im Zusammenhang mit Symptomen und klinischen Anzeichen interpretiert werden.

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

Zecken sind bekannt dafür, dass sie Krankheiten auf den Menschen übertragen können. Die Übertragung erfolgt meist durch den Stich einer infizierten Zecke, die Bakterien, Viren oder Parasiten in den Körper einschleust. Einige der häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten sind:

  1. Borreliose: Diese durch Bakterien verursachte Krankheit kann eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen, darunter Hautausschlag, Fieber, Gelenkschmerzen und Müdigkeit.
  2. Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Diese durch Viren verursachte Krankheit kann zu Hirnhautentzündung und Schädigungen des zentralen Nervensystems führen.
  3. Anaplasmose: Diese durch Bakterien verursachte Krankheit kann zu Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen führen.
  4. Ehrlichiose: Diese durch Bakterien verursachte Krankheit kann zu Fieber, Muskelschmerzen und Müdigkeit führen.
  5. Babesiose: Diese durch Parasiten verursachte Krankheit kann zu Fieber, Müdigkeit, Gelenkschmerzen und Anämie führen.

Es ist wichtig, nach einem Zeckenstich auf Symptome zu achten und gegebenenfalls einen Arzt aufzusuchen, um eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung sicherzustellen.

Was ist Borreliose?

Die Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch den Biss von Zecken übertragen wird. Diese Krankheit wird auch als Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit bezeichnet. Die Symptome der Borreliose können sehr unterschiedlich sein und reichen von milden bis hin zu schweren Verläufen. Die Krankheit kann verschiedene Organe und Körperregionen betreffen, einschließlich der Haut, des Nervensystems, der Gelenke und des Herzens.

Verantwortlich für die Borreliose sind Bakterien der Art Borrelia burgdorferi, die in Deutschland durch Zecken übertragen werden können. Der Zeitraum, in dem ein erhöhtes Risiko besteht, von einer infizierten Zecke gebissen zu werden, ist von Juni bis August. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Zecken mit Borrelien infiziert sind und nicht alle Bisse von infizierten Zecken zu einer Infektion führen müssen.

Wie kann Borreliose erkannt werden?

In der Regel treten die Symptome der Borreliose innerhalb von einigen Tagen bis Wochen nach dem Zeckenbiss auf. Im Frühstadium, das auch als „Erythema migrans“ bekannt ist, entwickelt sich eine typische Hautveränderung in Form eines roten, sich ausbreitenden Rings um die Bissstelle herum. Diese Hautveränderung kann von Juckreiz, Brennen oder Schmerzen begleitet sein. Das Erythema migrans tritt in etwa 70-80% der Fälle auf und ist ein deutliches Anzeichen für eine Borreliose-Infektion.

Im späteren Stadium der Borreliose können verschiedene Symptome auftreten, die sich auf verschiedene Körperregionen ausbreiten können. Dazu gehören unter anderem:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Muskelschmerzen und -schwäche
  • Gelenkschmerzen und -schwellungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Neurologische Symptome wie Lähmungen, Taubheitsgefühle oder Sehstörungen

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Symptome bei allen Patienten auftreten und dass die Symptome auch in unterschiedlicher Intensität und Dauer auftreten können. Einige Patienten können auch über längere Zeit keine Symptome bemerken, obwohl sie mit dem Bakterium infiziert sind.

In seltenen Fällen kann die Borreliose auch chronisch werden und langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Zu den möglichen langfristigen Symptomen gehören chronische Gelenkschmerzen, neurologische Störungen und psychische Probleme wie Depressionen und Angstzustände.

Wie wird Borreliose diagnostiziert?

Die Diagnose von Borreliose kann schwierig sein, da die Symptome der Erkrankung sehr unterschiedlich und unspezifisch sein können. Zudem kann es sein, dass sich bei manchen Patienten nicht alle Symptome zeigen. Es gibt jedoch verschiedene Tests, die helfen können, Borreliose zu diagnostizieren.

Zunächst wird der Arzt eine gründliche Untersuchung des Patienten durchführen, um festzustellen, ob typische Symptome wie Hautausschläge, Gelenkschmerzen oder neurologische Probleme vorliegen. Der Arzt wird auch die medizinische Vorgeschichte des Patienten und mögliche Risikofaktoren, wie beispielsweise einen Zeckenbiss, berücksichtigen.

Ein wichtiger Test zur Diagnose von Borreliose ist der Antikörper-Test. Hierbei werden Antikörper gegen Borrelien im Blut des Patienten nachgewiesen. Ein positives Testergebnis bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der Patient an Borreliose erkrankt ist, da es auch zu falsch positiven Ergebnissen kommen kann. In einigen Fällen ist es daher notwendig, weitere Tests durchzuführen, um die Diagnose zu bestätigen.

Eine weitere Möglichkeit zur Diagnose von Borreliose ist die Untersuchung von Gewebeproben, wie zum Beispiel von Hautläsionen oder Gelenkflüssigkeit. Hierbei können die Borrelien direkt nachgewiesen werden, was eine schnelle und genaue Diagnose ermöglicht.

In manchen Fällen kann es auch notwendig sein, eine Lumbalpunktion durchzuführen, um die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit des Patienten zu untersuchen. Hierbei können Entzündungsreaktionen nachgewiesen werden, die auf eine Borreliose hindeuten.

Welche Blutwerte sind bei Borreliose entscheidend?

Um Borreliose zu diagnostizieren und zu behandeln, sind Blutuntersuchungen unerlässlich. In diesem Kapitel werden die Blutwerte erklärt, die bei der Diagnose und Behandlung der Borreliose eine entscheidende Rolle spielen.

  1. Antikörper gegen Borrelia burgdorferi

Die Diagnose der Borreliose basiert auf dem Nachweis von Antikörpern gegen das Bakterium Borrelia burgdorferi im Blut. Es gibt zwei Arten von Antikörpern, die bei der Diagnose der Borreliose untersucht werden: IgM und IgG. IgM-Antikörper werden kurz nach der Infektion produziert, während IgG-Antikörper später produziert werden und länger im Blut nachweisbar sind. Ein positiver Antikörper-Test auf Borrelia burgdorferi bedeutet jedoch nicht immer, dass eine aktive Borreliose vorliegt, da die Antikörper auch nach einer abgeschlossenen Infektion noch im Blut nachweisbar sein können.

  1. Entzündungsmarker

Bei der Borreliose kann es zu Entzündungen im Körper kommen, die durch bestimmte Entzündungsmarker im Blut nachgewiesen werden können. Zu den wichtigsten Entzündungsmarkern gehören C-reaktives Protein (CRP) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG). Diese Werte können auch zur Überwachung des Behandlungserfolgs verwendet werden.

  1. Leber- und Nierenwerte

Die Borreliose kann auch die Leber- und Nierenfunktion beeinträchtigen. Daher werden die Leberwerte (wie Alanin-Aminotransferase oder ALAT) und Nierenwerte (wie Kreatinin) gemessen, um festzustellen, ob diese Organe betroffen sind.

  1. Blutbild

Ein großes Blutbild (inklusive Leukozytenzahl, Erythrozytenzahl und Thrombozytenzahl) kann auch bei der Diagnose der Borreliose hilfreich sein. Eine Veränderung dieser Werte kann auf eine Entzündung oder eine andere zugrunde liegende Erkrankung hinweisen.

Insgesamt sind die Antikörper-Tests auf Borrelia burgdorferi und die Entzündungsmarker die wichtigsten Blutwerte bei der Diagnose der Borreliose. Eine sorgfältige Überwachung dieser Werte während der Behandlung kann dazu beitragen, den Erfolg der Therapie zu beurteilen und mögliche Komplikationen zu erkennen.

Wie wird Borreliose behandelt?

Die meisten Fälle von Borreliose werden erfolgreich mit Antibiotika behandelt. Die Wahl des Antibiotikums hängt von der Schwere der Erkrankung, der Art der Borreliose und anderen Faktoren ab. In der Regel werden Doxycyclin, Ceftriaxon oder Penicillin verschrieben. Diese Antibiotika werden in der Regel für zwei bis vier Wochen eingenommen. In einigen Fällen können intravenöse Antibiotika erforderlich sein, insbesondere bei schweren Fällen von neurologischer Borreliose.

Es ist wichtig, Antibiotika wie vom Arzt verschrieben einzunehmen und den gesamten Behandlungszeitraum abzuschließen, auch wenn sich die Symptome verbessern oder verschwinden. Wenn Antibiotika nicht korrekt eingenommen werden, können sich die Bakterien im Körper vermehren und die Krankheit kann wiederkehren oder chronisch werden.

Zusätzlich zur Antibiotikabehandlung können unterstützende Maßnahmen helfen, die Symptome der Borreliose zu lindern und den Heilungsprozess zu beschleunigen. Dazu gehören Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente und Ruhe.

Was können die Folgen von Borreliose sein?

Eine der bekanntesten und häufigsten Folgen von Borreliose ist das sogenannte Lyme-Borreliose-Syndrom. Dieses kann auftreten, wenn die Infektion nicht frühzeitig behandelt wird und das Bakterium sich im Körper ausbreitet. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und reichen von Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Müdigkeit und Schlafstörungen bis hin zu Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsproblemen. In einigen Fällen kann das Lyme-Borreliose-Syndrom zu einer chronischen Erkrankung führen, die Monate oder sogar Jahre andauern kann.

Eine weitere Folge von Borreliose kann eine Neuroborreliose sein, bei der das Nervensystem betroffen ist. Die Symptome können von Lähmungen und Taubheitsgefühlen in den Armen oder Beinen bis hin zu Sehstörungen und Gedächtnisproblemen reichen. In schweren Fällen kann es zu einer Meningitis oder Enzephalitis kommen, die lebensbedrohlich sein können.

Eine weitere mögliche Folge von Borreliose ist die Lyme-Karditis, bei der das Herz betroffen ist. Dies kann zu einer Entzündung des Herzmuskels führen und in einigen Fällen zu Herzrhythmusstörungen oder sogar zum plötzlichen Herztod führen.

Schließlich kann Borreliose auch zu chronischen Entzündungen führen, die das Immunsystem beeinträchtigen und zu Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Fibromyalgie oder Lupus führen können.

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Blutwerte Redaktion

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