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Magen-Darm-Erkrankungen: Blutwerte für die Diagnose

Magen-Darm-Erkrankungen sind nicht für ihre angenehmen Symptome bekannt. Besonders schlimm ist es, wenn es sich um eine chronische Erkrankung handelt. Eine schnelle Diagnose ist dann gefragt, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Blutwerte sind ein wichtiger Bestandteil der Untersuchungen und Diagnosestellung. In diesem Artikel wird erklärt, welche Blutwerte bei Magen-Darm-Erkrankungen relevant sind und welche Rückschlüsse sie auf den Gesundheitszustand zulassen.

Kurzfassung

Bestimmte Blutwerte können bei der Diagnose von Magen-Darm-Erkrankungen hilfreich sein. Das große Blutbild gibt einen Überblick über die Blutkörperchen und -plättchen und kann auf Infektionen und Entzündungen hinweisen. Leberfunktionstests wie AST, ALT und Bilirubin können auf Lebererkrankungen hinweisen. Ein erhöhtes Alpha-Amylase– oder Lipase-Niveau kann auf Pankreatitis hindeuten. Elektrolytwerte können bei Dehydration und anderen Stoffwechselstörungen hilfreich sein. Der Stuhltest kann auf Blut im Stuhl oder auf Krankheitserreger hinweisen. Erhöhte Blutzuckerwerte können auf Diabetes hinweisen. Eine genaue Diagnose erfordert jedoch normalerweise eine Kombination aus Bluttests und anderen diagnostischen Tests.

Welche Magen-Darm-Erkrankungen gibt es?

Der Magen-Darm-Trakt ist ein komplexes System, das eine Vielzahl von Aufgaben erfüllt, darunter die Verdauung und Absorption von Nährstoffen sowie die Ausscheidung von Abfallprodukten. Leider können verschiedene Erkrankungen dieses System beeinträchtigen und zu unangenehmen Symptomen wie Schmerzen, Übelkeit und Durchfall führen. Im Folgenden werden einige der häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen beschrieben.

  • Reizdarmsyndrom (IBS): Das IBS ist eine chronische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung und/oder Durchfall auszeichnet. Die genauen Ursachen sind nicht bekannt, aber Stress, Ernährung und bestimmte Lebensmittel können Symptome verschlimmern.
  • Magengeschwür: Ein Magengeschwür ist eine schmerzhafte Läsion in der Schleimhaut des Magens oder des Zwölffingerdarms. Die häufigsten Ursachen sind eine Infektion mit Helicobacter pylori Bakterien oder regelmäßiger Konsum von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs). Symptome können Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Blut im Stuhl sein.
  • Morbus Crohn: Der Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung des Verdauungstraktes, die überall von der Mundhöhle bis zum Anus auftreten kann. Typische Symptome sind Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit.
  • Colitis ulcerosa: Die Colitis ulcerosa ist eine entzündliche Darmerkrankung, bei der die Schleimhaut des Dickdarms und des Mastdarms entzündet und Geschwüre bildet. Die Symptome können Durchfall, Blut im Stuhl, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust umfassen.
  • Zöliakie: Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem auf Gluten reagiert, das in vielen Getreidesorten vorkommt. Dies führt zu Entzündungen und Schäden an der Dünndarmschleimhaut, die die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen können. Symptome können Durchfall, Blähungen, Gewichtsverlust und Hautausschläge sein.
  • Darmkrebs: Darmkrebs entsteht aus den Zellen des Dickdarms oder des Mastdarms. Es ist eine der häufigsten Krebsarten weltweit. Symptome können Blut im Stuhl, Bauchschmerzen, Veränderungen des Stuhlgangs und Gewichtsverlust sein.

Die Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen hängt von der spezifischen Erkrankung ab und kann Medikamente, Lebensstiländerungen, Ernährungsumstellungen oder chirurgische Eingriffe umfassen. Es ist wichtig, bei anhaltenden oder schweren Symptomen einen Arzt aufzusuchen, um eine korrekte Diagnose und Behandlung zu erhalten.

Wie können Magen-Darm-Erkrankungen diagnostiziert werden?

Magen-Darm-Erkrankungen können viele Ursachen haben und sind oft schwer zu diagnostizieren. Es gibt jedoch verschiedene Tests und Untersuchungen, die durchgeführt werden können, um eine genaue Diagnose zu stellen.

Eine der häufigsten Methoden zur Diagnose von Magen-Darm-Erkrankungen ist die Endoskopie. Dabei wird eine dünne, flexible Röhre mit einer Kamera und einem Licht am Ende durch den Mund oder den Anus in den Magen-Darm-Trakt eingeführt. Der Arzt kann damit den Zustand der Schleimhaut und der Organe im Inneren des Körpers untersuchen.

Eine weitere Methode ist die Sonographie, bei der mithilfe von Ultraschallwellen der Bauchraum und die Organe darin dargestellt werden. Dies kann helfen, Anomalien wie Verengungen, Entzündungen oder Veränderungen in der Größe der Organe zu erkennen.

Zur Überprüfung der Magen-Darm-Funktion kann auch eine Magen- oder Darmmanometrie durchgeführt werden. Dabei wird ein Katheter durch den Mund oder den Anus eingeführt und die Muskelbewegungen des Magens oder des Darms gemessen.

Ein weiterer wichtiger Test zur Diagnose von Magen-Darm-Erkrankungen ist die Stuhluntersuchung. Hierbei wird eine Stuhlprobe auf Bakterien, Viren, Parasiten oder Blut untersucht.

Bluttests können ebenfalls Hinweise auf Magen-Darm-Erkrankungen geben. Ein Blutbild kann zum Beispiel Anämie oder Entzündungen aufdecken. Spezielle Bluttests können auch auf bestimmte Antikörper oder Enzyme hinweisen, die bei verschiedenen Erkrankungen auftreten können.

Zusätzlich zu diesen Tests kann der Arzt auch auf Basis von Symptomen und Anamnese eine Diagnose stellen. Eine sorgfältige Untersuchung und Zusammenarbeit mit einem Facharzt sind jedoch oft notwendig, um eine genaue Diagnose zu stellen.

Können Blutwerte bei der Diagnose von Magen-Darm-Erkrankungen helfen?

Blutwerte können bei der Diagnose von Magen-Darm-Erkrankungen helfen, indem sie wichtige Informationen über die Funktion des Verdauungstrakts und andere Organe im Körper liefern. Es gibt verschiedene Bluttests, die von Ärzten verwendet werden, um den Zustand des Magen-Darm-Systems zu beurteilen.

Einer der wichtigsten Tests ist das große Blutbild, welches den Gehalt an roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen misst (Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten). Eine Abnormalität in diesen Werten kann auf eine Infektion oder Entzündung im Körper hinweisen.

Ein weiterer wichtiger Test ist der Stuhltest, bei dem Kotproben auf das Vorhandensein von Blut, Bakterien oder Parasiten untersucht werden. Blut im Stuhl kann auf eine Darmblutung hinweisen, während Bakterien oder Parasiten eine Infektion anzeigen können.

Darüber hinaus kann die Leberfunktionstest Leberenzyme wie ALT, AST und Bilirubin messen, um Lebererkrankungen auszuschließen. Ein erhöhter Wert dieser Enzyme kann auf eine Lebererkrankung hinweisen.

Der Pankreasenzyme-Test kann auf Anomalien im Pankreas hinweisen, wie zum Beispiel eine Entzündung. Der Elektrolyttest kann auch durchgeführt werden, um den Salz- und Mineralstoffwechsel im Körper zu überprüfen und auf Probleme im Zusammenhang mit Erbrechen und Durchfall hinzuweisen.

Der Blutzucker-Test kann auch durchgeführt werden, um Diabetes zu diagnostizieren, eine häufige Magen-Darm-Erkrankung, die mit einem hohen Blutzuckerspiegel verbunden ist.

Zusammenfassend kann eine Blutuntersuchung wichtige Hinweise auf das Vorhandensein von Magen-Darm-Erkrankungen liefern. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Blutwerte in der Regel nicht ausreichen, um eine genaue Diagnose zu stellen und dass weitere Tests und Untersuchungen erforderlich sein können.

Was sind die Normalwerte der Magen-Darm verbundenen Blutwerte?

Die Normalwerte der Tests und Blutwerte können je nach Labor, Alter und Geschlecht unterschiedlich sein. Im Allgemeinen gelten jedoch folgende Normalwerte:

Erythrozyten: 4,5 – 5,5 Millionen/µl (Männer), 4,0 – 5,0 Millionen/µl (Frauen)

Leukozyten: 4.000 – 11.000/µl

Thrombozyten: 150.000 – 450.000/µl

Stuhltest: negativ für okkultes Blut

ALT: 10 – 40 U/l (Männer), 7 – 35 U/l (Frauen)

AST: 10 – 40 U/l (Männer), 9 – 32 U/l (Frauen)

Bilirubin: 0,2 – 1,2 mg/dl

Pankreasenzyme-Test: Amylase: 30 – 110 U/l, Lipase: 10 – 140 U/l

Elektrolyttest: Natrium: 135 – 145 mmol/l, Kalium: 3,5 – 5,0 mmol/l, Chlorid: 95 – 105 mmol/l

Blutzucker-Test: Nüchternblutzucker: unter 100 mg/dl, Blutzucker nach dem Essen: unter 140 mg/dl

Eine Abweichung von diesen Werten muss nicht zwangsläufig auf eine Magen-Darm-Erkrankungen zurückzuführen sein, sondern kann auch andere Ursprünge haben. Die Werte sollten daher immer mit einem Arzt besprochen werden.

Wie werden Magen-Darm-Erkrankungen behandelt?

Magen-Darm-Erkrankungen können auf unterschiedliche Weise behandelt werden, abhängig von der Art der Erkrankung und ihrem Schweregrad. Einige der häufigsten Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • Medikamente: Viele Magen-Darm-Erkrankungen können mit Medikamenten behandelt werden. Beispiele hierfür sind Antazida und Protonenpumpenhemmer zur Behandlung von Sodbrennen und saurem Reflux, Antibiotika zur Behandlung von bakteriellen Infektionen, Entzündungshemmende Medikamente zur Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
  • Ernährungsumstellung: Die Ernährung kann eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen spielen. Bei vielen Erkrankungen ist es wichtig, auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten oder sie zu reduzieren. Bei anderen Erkrankungen kann es nützlich sein, Ballaststoffe oder probiotische Nahrungsmittel zu sich zu nehmen.
  • Chirurgie: Bei einigen Magen-Darm-Erkrankungen, wie z.B. Darmkrebs, kann eine Operation notwendig sein. Auch bei Gallensteinerkrankungen oder bestimmten Formen der Pankreatitis kann eine Operation erforderlich sein.
  • Veränderungen des Lebensstils: Bei einigen Erkrankungen, wie z.B. dem Reizdarmsyndrom, können Veränderungen des Lebensstils dazu beitragen, die Symptome zu lindern. Dies kann Bewegung, Stressabbau, Entspannungstechniken oder Änderungen im Arbeits- oder Schlafrhythmus beinhalten.
  • Psychotherapie: Bei bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom kann eine Psychotherapie hilfreich sein, um den psychischen Belastungen entgegenzuwirken und die Symptome zu lindern.

Die Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen ist also sehr vielfältig und sollte auf den individuellen Patienten und seine spezifische Erkrankung zugeschnitten sein. Eine frühzeitige Diagnose und eine sorgfältige Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient sind dabei entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung.

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